DFW: Unendlicher Spaß

Wer meinen alten Blog auf http://ph-gogolin.blogspot.com/ gelesen hat, der weiß möglicherweise, dass ich ein Verehrer des amerikanischen Autors David Foster Wallace bin. Man lese nur seinen Reisebericht „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“, ohne ein Fan von DFW zu werden, der mit einer sprachlichen Genauigkeit, die kaum zu überbieten sein dürfte, und dazu mit einer derart entlarvenden  Beobachtungsgabe ausgestattet war, dass der deutsche Durchschnittsroman vor Scham in spontane Selbstauflösung übergehen müsste. Aber nun ja, gerade das Offensichtliche wird kaum jemals getan.

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Ein Jahr nach seinem Selbstmord ist nun in deutscher Übersetzung bei Kiepenheuer & Witsch David Foster Wallaces Hauptwerk ‚Infinite Jest‘ / ‚Unendlicher Spaß‘ erschienen, das ich hiermit nachrücklich empfehlen möchte.

In Ermangelung eigener Lektüre, ich habe das Buch selbst erst heute bestellt,  setze ich deshalb den Kommentar der amazon-Seite hierher. Ich finde ihn gelungen, um das Buch vorzustellen, aber es ist natürlich klar, dass das, was ich gelungen finde, andere Leute durchaus abzuschrecken vermag – nehmen wir nur mal den enormen Umfang des Buches.

Aber trotzdem, wenn auch nur einer/ eine es liest – wird sie / wird er gerettet sein, oder gar ein besserer Mensch geworden sein, wie Dave Eggers im Vorwort behauptet. Das glaubt natürlich wieder mal keine Sau!

Der übrige amazon-Text lautet:

Pressestimmen
Alles und noch mehr‘ könnte eine Beschreibung dieses Romans sein. (Don DeLillo)

Das Buch ist 1646 Seiten dick, und es gibt nicht einen einzigen müßigen Satz … Ich las das Buch mit 25 und ich verbrachte einen Monat mit nichts anderem … Wenn Sie nach einem Monat Lektüre aus diesen Seiten heraustreten, sind Sie ein besserer Mensch. Es ist verrückt, aber auch schwer zu leugnen. Ihr Verstand ist gestärkt, weil er einen Monat lang trainiert wurde, und was noch wichtiger ist, Ihr Herz ist praller. (Dave Eggers aus dem Vorwort 2006)

Kurzbeschreibung
DAS literarische Ereignis in diesem Jahr! Vor einem Jahr nahm sich David Foster Wallace, einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur, das Leben. Sechs Jahre lang hat Ulrich Blumenbach an der Übersetzung von Wallaces Opus magnum gearbeitet, dem größten Übersetzungsprojekt in der Geschichte des Verlags. Unendlicher Spaß – so nannte James Incandenza seinen Film, der Menschen, die ihn anschauen, so verhext, dass sie sich nicht mehr von ihm lösen können und dabei verdursten und verhungern. Sein Sohn Hal, ein Tenniswunderkind mit außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten, studiert an der Enfield Tennis Academy (ETA), die von seinem Vater gegründet wurde. Hier sowie im nahe gelegenen Ennet-House, einem Entziehungsheim für Drogenabhängige, spielt ein Teil der überbordenden Handlung, die jeden literarischen Kosmos sprengt – in einem leicht in die Zukunft versetzten Amerika, das mit Kanada und Mexiko die Organisation der nordamerikanischen Nationen bildet und von radikalen Separatisten in Kanada bekämpft wird. 1996 erschien Infinite Jest in den USA und machte David Foster Wallace über Nacht zum Superstar der Literaturszene. Nicht allein der schiere Umfang, sondern vor allem die sprachliche Kreativität, die ungeheure Themenvielfalt, die treffsichere Gesellschaftskritik, scharfe Analyse sowie der Humor machen den Roman zum Meilenstein der amerikanischen Literatur. Namhafte Autoren von Dave Eggers bis Jonathan Franzen sehen in diesem Buch ein Vorbild für ihr Schaffen. Ulrich Blumenbach hat sechs Jahre lang an der Übersetzung gearbeitet, und seine kongeniale Übertragung ins Deutsche gibt deutschsprachigen Lesern nun endlich die Möglichkeit, das Buch kennenzulernen. (Quelle des kursiv gesetzten Textes amazon.de)

Ich wünsche eine ertragreiche Lektüre! Es würde mich allerdings wundern, wenn eine namhafte Anzahl von Lesern tatsächlich diese fast 1700 Seiten in Angriff nehmen sollten. Aber ich lasse mich natürlich überraschen!