Ernani, Hai und Kleist

Tatsächlich habe ich Verdis Oper >>>>  „Ernani“ in den letzten Tagen etwa ein Dutzend Mal gehört; auch jetzt liegt die Musik unter meinem Schreiben. Ich besitze drei Einspielungen und bevorzuge davon mit Vorsprung die Aufnahme unter Thomas Schippers, mit Leontyne Price als Elvira und Carlo Bergonzi in der Rolle des Rebellenführers Ernani. Diese Einspielung hat natürlich bereits einige Jahre auf dem Buckel, doch hat mich von den ersten Takten an die Frische fasziniert, mit der die Aufnahme daherkommt. Und Price/Bergonzi sind im Ausdruck so kraftvoll und klar, dass ich regelrecht mitgerissen werde. Schönheit und Tempo ergeben hier einen Drive, der mich zum Mitsingen animiert. Aber das tue ich der Musik natürlich nicht an!

„Das Herz des Hais“ ist in der Korrektur inzwischen so weit fortgeschritten, dass ich das Manuskript morgen im Laufe des Nachmittags werde abschließen können. Danach dann soll die Verlegerin mal einen Blick darauf werfen. Für mich ist mit dieser letzten Korrektur in der Tat die Arbeit abgeschlossen. Lediglich bezüglich des Titels bin ich mir noch nicht sicher. Ist er wirklich gut? Oder sollte ich da noch über etwas anderes nachdenken? Der inhaltliche Bezug spricht freilich dafür.

Die Liebste rief noch in der Nacht aus München an, während sie aus der S-Bahn in die U-Bahn umstieg (oder umgekehrt?). Wir telefonierten, bis sie in ihrer Unterkunft ankam und dann noch lange, während sie im Flur stand, da dort die Verbindung nicht abriss. Sie scheint mit den letzten Proben zu ihrem Kleist-Stück „Lieben und töten – das kurze Leben des Heinrich von Kleist“ sehr zufrieden und erzählte so davon, dass ich auf die Premiere/Uraufführung am Donnerstag sehr gespannt bin. Ich werde am Donnerstag um 14:04 in München ankommen, so die Bahn keine Verspätung hat. Als erstes werde ich gleich am Bahnhof einen Arbeitstermin absolvieren, indem ich Sch. im Café treffe, um mit ihm seine letzten Arbeiten zu besprechen. Danach dann vermutlich hinaus nach Haar oder in die Unterkunft bei Gregor und Anna. Das wird telefonisch zu klären sein. Ich hoffe zudem, dass ich während der über vierstündigen Zugfahrt zumindest die erste Hälfte von N.s Romanmanuskript werde lesen können. Die zweite Hälfte dann auf der Rückfahrt oder am Wochenende, sodass ich ihm eine angemessene Rückmelung geben kann.