Der Naumburger Meister und der Spargel

Habe nun doch nahe Aussichten auf eine intensive Vorarbeitsphase am neuen Romanstoff „Die Konzessionen des Herzens“, der in den letzten Wochen, bedingt durch die Buchmesse und u.a. die Lesereise nach Berlin und Potsdam, um >>>>  „Calvinos Hotel“ zu promoten, in weite Ferne zu rücken schien. Die Liebste und ich saßen am Nachmittag im Schiersteiner Yachthafen-Café und beschlossen, dass ich für zwei Wochen mit ihr nach Naumburg reise. Sie beginnt dort ab kommenden Montag mit der Inszenierung von Ecos >>>>   „Der Name der Rose“ und wird nach einer Woche kurz zurückkommen, sodass ich dann gemeinsam mit ihr hinfahren könnte. Sie wird dann die Frage der Unterkunft geklärt haben.

Ich plane, die Zeit ganz intensiv für Lektüre und sonstige Recherchen zu nutzen, um mich auf musikalischem Gebiet auf den Roman vorzubereiten. Sehr viel über Opernproduktion wird zu klären sein, vor allem Wagners und Verdis gesamtes Opernwerk werde ich durchhören müssen, dazu die Bücher von Neuenfels, Mahnkopf, Werner-Jensen, auch wohl Krausser über Puccini, sowie Barenboim. Dafür wird es sehr günstig sein, wenn ich mich aus allem Alltäglichen, das hier in Wiesbaden permanent auf mich wartet, herausziehen kann, um mich ganz darauf zu konzentrieren. Das ist eine Arbeit, der ich mit großer Freude entgegensehe.

Und dazu dann natürlich Naumburg selbst als Zugabe. Der Dom, das Werk des >>>>  Naumburger Meisters, von dem ich bisher im Grunde nur weiß, dass Umberto Eco es so sehr schätzen soll. Oder halt auch einfach nur irgendwo im Café sitzen, um Notizen zu machen und den Stoff zu entwickeln. Am 27. Mai werde ich dann spätestens aufbrechen müssen, da ich einen Termin in Stuttgart habe.

Zudem war heute ein Tag mit vielen schönen Bestätigungen unserer Arbeit. Von Leuten, von denen man es gar nicht erwartet hatte, kamen Nachrichten, dass ihnen „Calvinos Hotel“ sehr gefallen habe. Und die Liebste hat nicht nur ein dickes Lob vom Intendanten der Kammerspiele für ihre Minidramen >>>>  Der tägliche Wahnsinn“ erhalten, die dort am 1. Mai Premiere haben werden.

Auch die Theaterverlegerin schrieb aus München, dass inzwischen sie selbst und vier andere Lektoren das Kleist-Stück „Lieben und Töten“ mit Begeisterung gelesen hätten und sie es sofort verlegen wolle. Sie falle da etwas mit der Tür ins Haus, schrieb sie, aber ob J. sich bitte möglichst schnell melden könne, um möglicherweise zuzustimmen; sie würden dann das Stück noch sofort in den nächsten Tagen mit einem zusätzlichen Verlagsrundbrief anbieten.

Ach ja, und jetzt werde ich den ersten Spargel zubereiten. Welcher Wein dazu wohl passen könnte? Nun, die Liebste ist die Kellermeisterin, sie wird auswählen.

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