Kleine Kriecher

22. August 2011 - Wiesbaden: Bei Verdis "Aroldo" - mit Carol Vaness als Mina, groß!

Wer hat das gesagt? Watt, Molloy, Malone, der Namenlose? Ich weiß es nicht mehr. Beckett zuletzt gelesen habe ich sicher vor mehr als 25 Jahren. Aber er hat natürlich recht, wenn er eine seiner unvergleichlichen Figuren dieses „Ich bin  nur ein kleiner Kriecher …“ sagen lässt. Aber im Facebook-Zeitalter kann das niemand mehr zugeben. Selbst Leute, die nur von den verquälten Pupsen ihrer Pudel zu berichten haben, behaupten das genaue Gegenteil. Sei es.

Meine Arbeit geht aber in der Tat nur kriechermäßig voran. Erst gestern am Sonntag war ich endlich mit der Lektüre der alten Romanfassung der „Seelenlähmung“ durch, die ich nach der Rückkehr aus New York begonnen hatte.

Und das bei läppischen 225 Seiten. Also habe ich mir erst ab heute die Korrektur der Scan-Fassung vorsetzen können und bin jetzt, da ich sie für den Tag beende, auf Seite 28 angekommen. Was aber freilich nicht heißt, dass ich mich den ganzen Tag über diesem Text widmen konnte. Es waren ein paar Stunden am Morgen sowie dann am späten Abend. Dazwischen lagen jeweils längere Telefonate mit der Verlegerin sowie der PR-Repräsentantin des Verlages, um sowohl die zurückliegende Veröffentlichung von „Calvinos Hotel“, als eben auch die bevorstehende Neuveröffentlichung von „Seelenlähmung“ vorzubesprechen. Dann bis zum Abend meine Coachings. Und danach ein längeres Telefonat mit der Liebsten, die in Stuttgart gerade an der Inszenierung von „Die Schwestern Brontë – Von der Kunst durch Wände zu gehen“ arbeitet.

Ich hoffe sehr, dass ich bis zum bevorstehenden Monatsende endlich auch mit der Durchsicht der Scan-Fassung meines Roman-Erstling fertig sein werde, denn erst danach kann er gesetzt werden und muss dann von mir nochmals in den Fahnen korrigiert werden. Ich will mir nicht sagen lassen, dass das Buch nicht rechtzeitig zur Herbstmesse fertig sein konnte, weil ich die Korrekturen nicht gemacht habe.

Musikalisch waren die Tage seit unserer Rückkehr aus den USA allerdings überaus interessant. Habe z.B. noch nie so konzentriert Wagner gehört. Zwei verschiedene Ring-Einspielungen sowie das Wagner-Recital von Pape. Und außerdem eine ganz wunderbare Aufnahme von Brittens „Peter Grimes“. Aber dazu in einem eigenen Eintrag.