100 Gramm Hackfleisch

Dass Wassermangel künftig eine Gefahr für den Weltfrieden sein wird, dass wir also Kriege um Wasser führen werden, geht seit Jahren immer wieder als Meldung durch die Presse. Die Szenarien werden sich vom Krieg um Öl zum Krieg um Wasser wandeln, so heißt es. Was ich dabei freilich noch niemals auch nur erwähnt fand, das ist der Umstand, dass einer der vielleicht wichtigsten Gründe dafür in der Tatsache des übermäßigen weltweiten Fleischkonsums liegt.

Die Tierart, die den Planeten allein zu bewohnen glaubt.

Sehr lehrreich wird dieser erschreckende Umstand  in Wolfram Mausers Buch „Wie lange reicht die Ressource Wasser?“ deutlich gemacht. Wolfram Mauser, Professor für Geographie und Fernerkundung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, schildert eindrücklich wie zum Beispiel das allgemein so beliebte Nahrungsmittel Rindfleisch für seine Produktion gigantische Mengen an Wasser erfordert. So benötigt man für die Erzeugung von gerade mal 100 Gramm Hackfleisch sage und schreibe bis zu 7000 Liter Wasser.

Mauser schreibt: „An kaum einer anderen Stelle wird die Dominanz der Lebensstile in der Nutzung der Wasserressourcen der Erde deutlicher als in diesem Fall. Stellen Sie sich also beim nächsten Verzehr eines Hamburgers vor, dass Sie dabei auch 35 gefüllte Badewannen Wasser, sozusagen virtuell, zu sich nehmen.“

Riskieren wir also letztlich Kriege, weil Fleischesser in absurdem Ausmaß Wasserverschwender sind? Ja, dem ist wohl so. Wenn sich die Menschheit nur vegetarisch ernähren würde, ließe sich der Weltwasserverbrauch auf die Hälfte senken.

Nun, ich gehe nicht davon aus, dass sich Fleischesser eines Besseren belehren lassen, das sei abschließend gesagt. Ich bin ganz sicher, dass sie ihren unsinnigen und gemeingefährlichen Lebensstil bis zum letzten Krümel Hackfleisch verteidigen werden.