Erste Cover-Entwürfe für „Kinder der Bosheit“

Wiesbaden, 27. Dezember 2013, bei Rossinis "Le Comte Ory"

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Die endgültige Fassung für das Cover wird zwar erst Anfang Januar von der Jerusalemer Designerin Yehudis Jacobowitz-Dick erstellt werden, wenn ich mit der Neubearbeitung des Textes fertig bin und der Satz zeigt, wie umfangreich das Buch wirklich wird, da wir sonst die genauen Maße für den Buchrücken nicht haben, aber ich bin mit dem obigen Entwurf bereits recht zufrieden. Und in der Hauptsache wird sich das Endprodukt wohl nur noch in der Typografie und den Farben etwas unterscheiden.

Vorausgegangen waren zwei andere Bildideen, die wir dann beide wieder verworfen haben. Das Foto mit der Möwe, das ich ursprünglich „Flug vor sandigem Himmel“ getauft hatte, ist 2009 von Jutta Schubert gemacht worden. Es fiel mir quasi in letzter Minute ein, als ich plötzlich begriff, dass es einen konkreten inhaltlichen Bezug zur Handlung des Romans hat.

Meine inhaltliche Überarbeitung des Manuskriptes ist gegenwärtig fast abgeschlossen. Vor allem hat sie einen stark veränderten Textaufbau gebracht. Der alte Satz von Montaigne, dass man, wenn man ein Buch schreibt, noch lange nicht weiß, womit man anfangen soll, hat sich mal wieder bewahrheitet. Tatsächlich beginnt das Buch jetzt ganz anders, viele Kapitel sind überdies neu zugeordnet worden, sodass ein weitaus plausiblerer Handlungszusammenhang entsteht. Außerdem habe ich ein ganzes Kapitel, das ursprünglich nach meiner Kranichsteiner Lesung ausgeschieden wurde, wieder in das Buch eingearbeitet.

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Die Verbesserungen erscheinen mir evident. Das Buch ist damit deutlich leserfreundlicher geworden. Nimmt man es genau, so habe ich damit Jahre nach ihrem Tod den Rat von Luise Rinser befolgt, die ich 1989 mehrfach in Rocca di Papa bei Rom besuchte. Sie hatte die „Kinder der Bosheit“ gelesen und meinte damals zu mir: „Ich weiß genau, was Sie wollen. Aber ich bitte Sie um eines, geben Sie doch den Lesern eine Chance.“ Präziser hätte man das Problem kaum benennen können, denn das Buch war in der Tat sehr schwer zu lesen. Aber erst jetzt ist mir durch die erneute Publikation die Möglichkeit gegeben worden, den Lesern in Luise Rinsers Sinne „eine Chance“ zu geben. Man wird sehen, ob sie sie ergreifen.