Das Gewicht der Zeit

Gegenwärtig neigt sich ein großer Abschnitt meines Autorenlebens seinem Abschluss zu. So etwas ist schwer zu überblicken und noch schwerer zu beschreiben, deshalb fasse ich diesen Zeitraum hier mal grob als all das, was in irgendeiner Weise mit meiner Deutschland-Trilogie im Zusammenhang steht.

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Mein biografischer Essay „Das Gewicht der Zeit“, der in diesen Tagen erschienen ist, erzählt die Geschichte dieser Trilogie mit der Genauigkeit, die notwendig ist und auch innere Zusammenhänge sichtbar macht.

Schon mit dem oben abgebildeten Cover des kleinen Essaybandes habe ich einen Einblick in den Arbeitsprozess zu geben versucht, aus dem die drei Bücher der Trilogie hervorgegangen sind. Der Umschlag zeigt Abbildungen von handschriftlichen Manuskriptseiten – auf der Vorderseite den Anfang des Romans „Calvinos Hotel“, den ich auf Walcheren schrieb – sowie auf der Rückseite Ausschnitte aus einem Notiz- bzw. Arbeitsbuch, das mich während der Niederschrift begleitet hat. Der dabei von mir skizzierte Engel – Bleistiftkritzeleien dieser Art entspringen bei mir vermutlich der Alpha-Ebene des Gehirns – begegnete der Hauptfigur des Romans viele Jahre später am Himmel während eines Fluges für einen NATO-Einsatz. Man weiß also nie, was einem da so aufs Blatt gerät.

Die Deutschland-Trilogie besteht aus den drei Romanen „Seelenlähmung“ (2012) – „Kinder der Bosheit“ (2015) und „Calvinos Hotel“ (2011). Sie sehen, die Reihenfolge der Erscheinungsjahre entspricht nicht der Reihenfolge, die ich für die Romane vorgesehen hatte.

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Aber da alle drei Bände in sich abgeschlossen sind und sowieso auch unabhängig von einander gelesen werden können, sollte das nicht irritieren. Warum die einzelnen Bände so und genau in dieser Weise entstanden sind, das erzählt der Essay „Das Gewicht der Zeit“ in Ausführlichkeit. Und vor allem auf diesen Essay möchte ich an dieser Stelle besonders hinweisen.

Aber gestatten Sie mir die zusätzliche Anmerkung, dass dieser Essay auch für einen außerliterarischen Zweck geschrieben wurde.

Natürlich ist er Teil meines Prosawerkes und verfolgt die Absicht, den möglichen Leser an die Deutschland-Trilogie heranzuführen, ihm dabei etwas über das Leben und das Schreiben eines Autors zu vermitteln und ihm möglicherweise sogar den Zugang zu den drei Romanen zu erleichtern. Und für mich war das Schreiben des Essays begreiflicherweise auch ein Akt der Selbstvergewisserung, denn man muss mitunter Rechenschaft ablegen – vor sich selbst.

Drittens jedoch dient der Essayband bzw. sein Verkauf dem Förderverein Löwenherz & friends e.V., der u.a. an Leukämie erkrankte Kinder unterstützt, die ohne Lobby in Uni-Kliniken sind. Dieses Ziel möchte auch ich und der Kulturmaschinen Verlag fördern, indem wir die Einnahmen aus dem Verkauf meines Essaybandes spenden. Ich bitte Sie persönlich, darüber nachzudenken, ob Sie dazu ebenfalls beitragen können.