Schreibpensum + Lesung am Abend

Wiesbaden, Freitag, 17. November 2017, bei immer noch Brahms und Walter Klien bzw. schon wieder

Heute geht’s mir eigentlich nur darum, ob ich mein Schreibpensum der letzten Tag auch heute werde einhalten können, bevor es am Abend zur Lesung nach Mainz in den Weinprobierkeller des Rathauses geht. Beginn ist 19 Uhr. Thema der Lesung ist, wie könnte es anders sein, der Wein, der dazu dann auch getrunken werden darf, soweit es die Straßenverkehrsordnung zulässt.

Die dort lesenden Autoren sind allesamt Kursteilnehmer meiner Liebsten, die auch die Lesung organisiert hat. Nur falls es zeitlich reicht, werde ich ebenfalls etwas lesen. Und was? Natürlich den „Weinwurm“ aus meinem Lexikon der Imaginären Wesen. Vielleicht wird einigen Zuhörern dann endlich mal klar, woher der Wein überhaupt stammt. Denn der Weinwurm ist die Essenz des Weines.  Also: Rathaus der Stadt Mainz, Weinprobierkeller, Jockel-Fuchs-Platz 1, 55028 Mainz, Eintritt 5,– Euro. Ich freue mich auf Sie.

Die Liebste in Prag auf den Spuren des Phantastischen. Hier vor dem Zimmer in dem Franz Kafka in der ehem. Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt sein Büro gehabt hat

Das Schreibpensum war gestern etwas umfangreicher und hat zu zwei neuen Kapiteln geführt. Ganz schön gruselig, nannte die Liebste am späteren Abend das Ergebnis. Nun, ich schreibe an einer Novelle, die dem Genre der Phantastik zuzurechnen ist. Sie trägt bisher den Titel „Er kommt erst am Abend zurück“. Ich weiß nicht, ob der Titel wirklich trägt, aber das werde ich erst endgültig entscheiden, wenn der Text fertig ist, was hoffentlich noch dieses Jahr der Fall sein wird. Es sollen insgesamt auch nicht mehr als 60 bis 70 Seiten werden. Zusammen mit zwei anderen Novellen, die von ähnlicher Länge und schon fertig sind, möchte ich dann daraus einen Band mit 3 Phantastischen Novellen machen, die insgesamt etwa 210 Seiten haben werden und noch früh im nächsten Jahr erscheinen sollen. Darauf freue ich mich sehr.

Altneu-Synagoge in Prag, die Stufen sollen der Sage nach auf den Dachboden führen, wo sich die lehmigen Überreste des Prager Golems befinden.

Ich habe ja schon immer ein Faible für die Phantastik* und eine ganze Reihe meiner Texte sind diesem Genre zugehörig. Nicht zuletzt etwa mein Theaterstück „Das Geheimnis des Alten Waldes“, das auf einen Roman von Dino Buzzatis zurückgeht. Die europäische Phantastik hat eine große Tradition, auch und gerade in Italien, wo ich neben Buzzati vor allem den grandiosen Tommaso Landolfi erwähnen möchte. Einer meiner absoluten Lieblinge. Aus dem deutschen Sprachraum seien zumindest kurz Gustav Meyrink und Leo Perutz erwähnt.

Nun, wie auch immer. Das ist mir jetzt im Rahmen meines gegenwärtigen Schreibprojektes „Er kehrt erst am Abend zurück“ nur so untergekommen, weil Meyrink und Perutz erwähnt sind. Meine Novelle spielt allerdings nicht in Prag, der Stadt, in der so viel Phantastik angesiedelt ist. Sie spielt vielmehr auf einer Insel im Norden, wie schon mein Roman „Das Herz des Hais“. Ich habe Inselgeschichten schon immer geliebt.

Will mal schauen, dass ich in den nächsten Tagen hier etwas mehr zum Thema „Phantastik“ schreiben kann. Schon allein deshalb, um einigen Lesern zu entgegnen, die sich darüber beschwert haben, dass ich vor Tagen wieder einmal das Thema Literatur versus Genre-Literatur ausgeführt habe. Auch Ihres bösen Briefes wegen, liebe Frau P. Das Thema Genre-Literatur ist nämlich ein sehr viel größeres und beschränkt sich nicht auf die beiden Krimis, von denen Sie sagen, dass Sie sie geschrieben haben.

Ich habe nichts gegen Genre-Literatur, aber ich bestehe auf dem Unterschied! Einige Genres machen mich mitunter sogar recht glücklich.

Bleibe Sie, liebe LeserInnen, es auch

wünscht Ihr PHG

 

* Das hat nichts mit den Zwergen, Werwölfen, Orgs und Elfen der Fantasy-Literatur zu tun.