AKTUELL

Lebenslange Haft für Ratko Mladić – dem Schlächter vom Balkan

„My subject is War, and the pity of
War. The poetry is in the pity. All
a poet can do today is warn.“
(Benjamin Britten: War Requiem)

Als ich in den 90ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts den Roman „Calvinos Hotel“ schrieb, habe ich mir eine solche Bestrafung immer gewünscht. Sie ließ jedoch leider sehr lange auf sich warten. Die Gerechtigkeit, so es sie überhaupt gibt, bewegt sich wie eine Schnecke durch die Weltgeschichte. Und das Leiden der Opfer wird nicht gemildert.

Gemeinsam mit Radovan Karadžić, der im vergangenen Jahr zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, und Slobodan Milošević, der leider noch vor seinem Urteil 2006 im UN-Gefängnis verstarb, war Mladić für die schlimmsten Gräuel des Balkankriegs  verantwortlich, insbesondere für das Massaker von Srebrenica mit mehr als 8000 Toten.

In den Jahren 1992 bis 1995 forderte der rassistische Wahn eines Großserbischen Reiches insgesamt mehr als 100 000 Tote. Und dass so etwas mitten in Europa geschehen konnte, gegen Ende des 20. Jahrhunderts, war eine derart beschämende Tatsache, dass es mich immer noch in tiefe Trauer stürzt.

Europa hat damals lange weggesehen, und die NATO, die zwar letztlich auf Drängen der USA dem Kriegsgeschehen ein Ende machte, hat auf ganzer Linie versagt. Es waren die Jahre, in denen es die bisher letzten Konzentrationslager in Europa gab.

Als ich meinen Roman „Calvinos Hotel“ abgeschlossen hatte und das Manuskript einigen Verlagen anbot, da bekam ich, abgesehen von den üblichen Ablehnungen, den persönlichen Anruf eines Verlegers, den ich immer sehr bewundert hatte und dessen Namen ich seither nicht mehr nenne. Er sagte zu mir: „Sind Sie denn verrückt Gogolin, über diesen Krieg zu schreiben. Sie setzen sich ja zwischen sämtliche Stühle. Wenn ich das Buch machen wollte, dann würden es mir spätestens meine Verlagsvertreter um die Ohren hauen. Die Leute wollen doch nichts mehr vom Krieg lesen. Die sind doch froh, dass der Krieg beendet ist.“

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Er bot mir dann noch an, stattdessen ein Sachbuch zu schreiben, die gingen damals gerade sehr gut. Ich könne sofort einen Vertrag dafür bekommen. Aber ich fand, dass es davon schon genug gab.

Nun, alles altes Geläsch, was soll der Scheiß? würde mein Sohn sagen, der sich in seinem Leben nie mit etwas anderem als Webseiten befassen musste. Verzeihen Sie also einem alten Mann diese Erinnerungen. Aber die Geschichte ist halt nichts Äußeres. Sie geht vielmehr mitten durch das Herz der Menschen hindurch. So sie eines haben.


 

„Der Mann, der den Regen fotografierte“

Die Presse des Rhein-Main Gebietes meint, mein neues Buch sei eine Reise durch die Hölle der Gewalt.

Ich finde, es ist ein Buch über Menschen, die unter zum Teil unerträglichen Zuständen leben müssen, in Armut, Hunger und Obdachlosigkeit. Aber wichtiger noch ist, dass sie nicht aufgeben und versuchen, am Leben zu bleiben. Dafür führen sie einen großen Kampf, der jeden West-Europäer vollständig überfordern würde. Und sie bewahren sich dabei ihren Glauben, zumindest einige von ihnen.

Ich habe vor vielen Jahren mein Schreiben unter die Richtschnur gestellt: „Ohne den Schriftsteller wäre das Leiden stumm, und die Menschen hätten keine Stimme.“ Diesem Satz habe ich seither immer zu folgen versucht.

Mit meinem Brasilienroman, der im Nordosten des Landes in der Stadt Belém spielt,  „Der Mann, der den Regen fotografierte“ habe ich dies ganz besonders im Sinn gehabt.

 


 „Calvinos Hotel“ ist wieder da

Vorerst zwar nur für eine neue eBook-Fassung, aber trotzdem habe ich die letzte Woche damit verbracht, das Manuskript meines Romans „Calvinos Hotel“ erneut durchzusehen.

Calvinos Hotel

Das neue Cover gefällt mir sehr gut, um ehrlich zu sein, weit besser sogar, als das der alten Fassungen, ob nun Print- oder Hörbuchausgabe. Die schwedische Designerin Birgitta Sjöblom hat das Cover entworfen und damit diesem für mich so wichtigen Roman …. >>>> weiter lesen


Das Literaturbüro verabschiedet sich

Wiesbaden, Donnerstag, 14. Januar 2016

Das „Literaturbüro Peter H. Gogolin“ existiert nicht mehr. Mit dem heutigen Tag beende ich die Arbeit, die ich 1994 begonnen habe. Diese Seite wird künftig als Autorenseite weitergeführt.

Das Coaching für Autoren ... >>>> weiter lesen


„Schwierig beginne dein Jahr!“

Wiesbaden, Montag, 11. Januar 2016, bei Allan Pettersson: Symphony No. 8

Im Gegensatz zum Jahr 2015, das ich mit großer Abneigung begann – mit Befürchtungen, die sich allesamt mehr als erfüllen sollten -, bin ich dem Jahr 2016 unvoreingenommen begegnet und verspreche mir viel von ihm. Schwierig begonnen hat es trotzdem, und es wird sich, zumindest in nächster Zeit, auch so fortsetzen.

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Durch den Tod meiner Mutter, haben sich viele notwendige Arbeiten massiv verzögert. Ich konnte zum Jahresende froh sein, … >>>> weiter lesen


Bis ans Ende gehen

Wiesbaden, Samstag, 21. November 2015, bei 'Minimal Préludes Book I + II,
von Jeroen van Veen, am Piano Jeroen van Veen

Was ist Erfolg? Braucht man ihn? Wie groß muss er sein? Damit er überhaupt einer ist? Aber für wen? In wessen Augen?

Um ehrlich zu sein, ich denke normalerweise über Erfolg nicht nach, kann michnicht erinnern, es je getan zu haben. Ich würde sagen, dass er mir gleichgültig ist, wenn das nicht bereits ein zu großes Wort wäre. Er, der Erfolg, kommt einfach, als eine mein Handeln bestimmende Kategorie, in meinem Alltag nicht vor. Wenn ich heute trotzdem darüber nachdenke, dann also nicht aus persönlichen Gründen. Sondern vielmehr deshalb, weil ich gegenwärtig miterleben muss, dass ein befreundeter Autor, den ich sehr schätze, die feste Absicht verkündet hat, das Schreiben zu lassen und stattdessen gegen den IS in den Krieg zu … >>>> weiter lesen


Etwas für Verrückte – Ezra Pounds Cantos wider die Verachtung

Dienstag, 03. November 2015, bei Verdis Don Carlos unter Haitink

Begann heute mit einer Übersetzung der Poundschen Cantos. In den ersten zwei Stunden dieses Arbeitstages habe ich nun, bevor ich wieder in die letzten 100 Seiten Korrekturen des Regenromans einsteige, die ersten 10 Verse übersetzt, was zwar nicht viel ist aber eine Freude war. Und – es gibt bisher keine Verszeile, die ich nicht anders setze als Eva Hesse.

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Nun, Eva Hesse, die große alte Dame – inzwischen über 90 Jahre alt – die den Deutschen Ezra Pound … >>>> weiter lesen.

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Fast im alten Glanz – meine Wayang Golek-Puppe

Freitag, 23. Oktober 2015, bei Mozarts 'Le nozze di Figaro' mit der Moffo und der
Schwarzkopf unter Giulini' (köstlich!)

Vor fast 5 Jahren fand ich in Dordrecht eine wunderschöne historische Puppe der Indonesischen Puppentheater-Tradition „Wayang Golek“. Sie war in sehr schlechtem Zustand, aber ich kaufte sie trotzdem und dachte, dass es kein Problem sein könne, sie zu restaurieren. Immerhin kennen wir sehr viele deutsche Puppenspieler, die auch eigene Puppen bauen. Also, so what? Ich trug die Puppe mit großer Freude sehr vorsichtig nach Hause.

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Nun begann ein jahrelanger Leidensweg, denn die uns bekannten Puppenbauer nahmen die Wayang Golek Puppe zwar an, sagten zu, sich damit zu befassen, ließen sie dann aber irgendwo in der Ecke verstauben und meldeten sich nicht mehr bei uns. In einem Fall musste meine Frau das arme Teil in einer Nacht- und Nebelaktion aus einer verdreckten Werkstatt retten. In einem anderen schickte der anfangs von der Puppe so begeisterte Puppenbauer die Puppe nach Jahren mit abgerissenen Gliedmaßen zurück.

Nun habe ich sie weitgehend selbst restauriert. Das alte ausgeblichene und löchrige Gewand ist durch ein neues ersetzt, für das ich den passenden Stoff in einem alten Stoffgeschäft in Naumburg fand. Die Schnittvorlagen gab ich an eine geschickte Schneiderin in Wiesbaden. Die Verbindungsschnüre für die Arme etc. erneuerte ich selbst und besorgte dann das Ankleiden. Und da ist sie, nach Jahren in dunklen Ecken, feuchten Kartons und Plastiktüten steht sie in der Sonne.

Was noch fehlt, das ist die Behebung der Farbschäden am Kopf. Doch wird das wohl so bleiben müssen, denn für passende Farben und eine künstlerisch entsprechende Ausbesserung müsste vermutlich ein indonesischer Fachmann her, den es hier nicht gibt. Und sowieso gebe ich das gute Stück nach den erschreckenden Erfahrungen der letzten Jahre nicht mehr aus der Hand.

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Unbefriedigender Verlauf einer Romankorrektur

Montag, 05. Oktober 2015, bei Glucks 'Orfeo ed Euridice' unter Riccardo Muti

Seit gestern wieder in der Korrektur des Bruder-Romans. Zuerst fand ich mein Notizbuch, in dem ich die Recherchen vom Juli für die Jagdszene am Schluss des Romans festgehalten hatte, nicht mehr wieder, bis mich J. darauf brachte, dass ich es zusammen mit dem Manusskriptausdruck abgelegt haben könnte. So war es dann auch. Zudem stellte ich dann fest, dass das Manuskript bereits etwa zur Hälfte korrigiert war. Dies und die Suche nach dem Notizbuch brachte mir den unbefriedigenden Verlauf dieses Korrekturdurchgangs wieder zu Bewusstsein. Wie ist es möglich, dass ich ein Manuskript, dessen Niederschrift ich im März abgeschlossen hatte, jetzt Ende der ersten Oktoberwoche immer noch so vorfinde, mitten in der abgebrochenen Arbeit?

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Nach der Fertigstellung der vollständigen Niederschrift brauchte ich naturgemäß Distanz zum Text, bevor ich mich …>>>> weiter lesen

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Eistage im Gefängnis

Mein Theaterverlag bietet gegenwärtig Stücke mit einem ungewöhnlichen Spielort an. Da passt mein Monodrama „Eistage“, denn es spielt in einem israelischen Gefängnis.

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Ich bekam für dieses Stück vor einiger Zeit ein ungewöhnliches „Lob“. …>>>> weiter lesen
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Start zu einem neuen Roman

Wiesbaden, Samstag, 12. September 2015. Bei Händels 'Arien für Montanana und Senesino

Am gestrigen Abend habe ich noch neue Dateien vorbereitet, um für heute startklar zu sein. Vor allem auch habe ich schon das neue Projekt im „Scrivener-Programm“ eingerichtet, in dem ich bisher nur die beiden Essays geschrieben habe, die in diesem Jahr entstanden sind; also „Das Gewicht der Zeit“ und dann, für meinen Lyriker-Freund Bernd Stickelmann, „Die Reisen der Landvermesser“.

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Heute nun, genau ab 12 Uhr am Mittag, der Start zu einem neuen Roman, für den ich im August auf unserer Dänemarkreise den Plan gefasst habe. … >>>> weiter lesen

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„Das Gewicht der Zeit“

Gegenwärtig neigt sich ein großer Abschnitt meines Autorenlebens seinem Abschluss zu. So etwas ist schwer zu überblicken und noch schwerer zu beschreiben, deshalb fasse ich diesen Zeitraum hier mal grob als all das, was in irgendeiner Weise mit meiner Deutschland-Trilogie im Zusammenhang steht.

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Mein biografischer Essay „Das Gewicht der Zeit“, der in diesen Tagen erschienen ist, erzählt die Geschichte dieser Trilogie mit der Genauigkeit, die notwendig … >>>> weiter lesen

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 „Kinder der Bosheit“ – Der lange Weg einer Roman-Trilogie

Dass alles Schreiben letztlich um ein Ungeschriebenes kreist, möglicherweise gar um etwas, das gar nicht geschrieben werden kann und darf, sodass jedes tatsächlich zu Papier gebrachte Werk gewissermaßen als Vorspiel zu einem abwesenden Werk betrachtet werden muss, begreift niemand schmerzhafter, als der Autor, der sich mit der Erkenntnis konfrontiert sieht, dass er an einer Roman-Trilogie oder gar einer noch größeren Form eines erzählerischen Zyklus arbeitet.

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Nun sind wirkliche Romane sowieso das Produkt eines langen Wachstums, da in ihnen menschliche Erfahrung derart … >>>> weiter lesen

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EINLADUNG
zu einem späten Nachmittag (17 Uhr) Samstag, 24. Januar

mit Prosatexten und Gedichten sowie Entwürfen von Peter H. Gogolin, Jutta Schubert und Bernd Stickelmann, sowie Musik von und mit Reinald Döbel, Eberhard Emmel und Claus Thiede im Atelier von Nicolaus Werner, 55116 Mainz, Schießgartenstraße 10 A/Stiftsstraße

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Autoren für einen gemeinsamen Schutzraum Europa

Anlässlich seines 90-jährigen Bestehens fordert das PEN-Zentrum Deutschland die Staaten der Europäischen Union auf, „ein gemeinsames menschenwürdiges Asylrecht“ zu schaffen und Menschen, die in Europa Schutz suchen, nicht länger zu behandeln, „als wären sie Feinde, die es abzuwehren gilt“.

Im Einzelnen werden für akut gefährdete Menschen aus Kriegsgebieten „legale Fluchtwege“ gefordert und in allen EU-Staaten „die gleichen Chancen auf ein faires Asylverfahren“. Ein europäischer Flüchtlingsfond soll wirtschaftlich schwächeren Staaten unter die Arme greifen und die Umsetzung eines „verbindlichen europäischen Asylrechts“ ermöglichen. Die Rettung von Menschenleben müsse oberste Priorität haben.

Der als europäische Autoreninitiative konzipierte Aufruf „Schutz in Europa“ wurde am 26. November bei der 90-Jahr-Feier des deutschen PEN-Zentrums in der Freien Akademie der Künste in Hamburg vorgestellt. Er soll den Schriftstellern Europas über die nationalen PEN-Zentren zur Unterschrift vorgelegt werden. Zu den Erstunterzeichnern zählen die beiden Ehrenpräsidenten des deutschen PEN-Zentrums Günter Grass und Christoph Hein.

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.
Für das PEN-Zentrum Deutschland.
Für das PEN-Zentrum Deutschland

Josef Haslinger (Präsident)

Regula Venske (Generalsekretärin)

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Regenzeit in Cusco

Im Heft 113/114, der Augustnummer, von DER LITERATURBOTE , herausgegeben vom Hessischen Literaturforum, gibt es wieder eine Menge wunderbarer Text zu lesen, vor allem auch neue Lyrik. Zu finden ist darin aber auch meine Erzählung „Regenzeit in Cusco“, die ich im vergangenen Jahr auf meiner Perureise schrieb.

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Das neue Heft ist u.a. direkt zu beziehen über die Webseite des Hessischen Literaturforums im Mousonturm und enthält außer „Regenzeit in Cusco“ von mir noch Texte von Jan Wagner, Iris Junker, André Schinkel, Katja Thomas, Ingrid Samel, Ewart Reder, Mona Ullrich, Michael Augustin, Susanne Röckel, Alexandru Vona, Alexandru Bulucz, Olaf Velte, Moritz Gause und Patrick Schön. Reichhaltige Lektüre ist also zu erwarten.

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Mit der Geduld eines Steinmetzes oder Wieviel Zeit verlangt ein Roman

Wiesbaden, Samstag, 10. Mai 2014, bei Miles Davis: 'Tutu' und other very best aus den Jahren 1985 bis 1991

Zu Wochenbeginn überschritt mein Brasilienroman die dreihundertste (Norm)Manuskriptseite. Ich druckte den Text aus, weil ich wollte, dass meine Liebste das Teilmanuskript liest und kritisiert und fragte sie, was sie meine, wie lange ich schon an dem Buch arbeite. 3 Jahre, sagte sie, ohne zu zögern. Ich nickte, weil das auch etwa mein Gefühl war, schlug dann aber doch im Kalender nach und entdeckte, dass meine Brasilienreise, die die Beschäftigung mit dem Stoff ja überhaupt erst ausgelöst hatte, gerade mal 2 Jahre her war.

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Da stimmte also etwas nicht. Und da ich …. >>>> weiter lesen

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Mainstream oder Idioten im Elfenbeinturm?

Liebe Frau B.,

besten Dank für Ihre ausführlichen Kommentare. Nun kenne ich das natürlich alles endlos, denn Sie wiederholen lediglich die allgemein verbreitete Auffassung, nach der mit der Literatur letztlich alles in Ordnung ist, wenn man mal von den paar eingebildeten Idioten absieht, die unverständlichen Kram schreiben, das für Kunst und sich selbst für die besseren Autoren halten.

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Tatsächlich ist das eine Ansicht, die Ursache und Wirkung (bewusst?) verdreht und damit ausgerechnet die Autoren verhöhnt, die eigentlich Opfer der Globalisierung auf dem Massenmarkt Buch sind. Denn natürlich gibt es diese elitären Autoren, die sich für die besseren Künstler halten in dieser Form gar nicht. Jeder Autor will im Prinzip nichts anderes, als … >>>> weiter lesen
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Zuviel des Glücks? Oder die Stille der Welt vor Bach

Wiesbaden, Donnerstag 03. April 2014

Seit Tagen ruhiges tägliches Schreiben bei lauter Blütenfrühling vor dem Fenster des Arbeitszimmers und dazu unentwegt von Opernarien wechselnder Tenören der Operngeschichte begleitet. Begonnen mit Enrico Caruso (1873-1921), danach Beniamino Gigli (1890-1957), Richard Tauber (1891-1948), Peter Anders (1908-1954) und zur Zeit der wunderbare Jussi Björling (1911-1960), von dem Jens Malte Fischer schrieb, eine solche Stimme zu haben sei ein Geschenk besonderer Art. Nach Björling werde ich mit Ferrucio Tagliavini (1913-1995) weitermachen. Danach dann Mario del Monaco (1915-1982), Mario Lanza (1921-1959), Guiseppe di Stefano (1921-2008) und Nicolai Gedda, dem einzigen aus dieser großen Reihe, der noch lebt, geboren ist er 1925.

Und ganz ehrlich, ich habe mich heute plötzlich gefragt, ob das nicht zuviel des Glücks sei. Ich weiß nicht, ob das jemand versteht, aber wenn ich mir für einen Moment vorstelle, dass es all diese und andere Stimmen, die ich liebe, nicht gäbe, nie gegeben hätte, dann bekomme ich ein Gefühl, als stürzte ich in ein derart großes Unglück, dass die Verzweiflung mich zu überfluten droht.

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Der schwedische Autor – oder sollte ich besser ‚Poet‘ sagen? – Lars Gustafsson, einer meiner Schutzheiligen während meiner lebenslangen Zeit am Schreibtisch, hat einmal ein Gedicht mit dem Titel „Die Stille der Welt vor Bach“ verfasst. Es geht  so … >>>> weiter lesen

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Das Jahr beginnt erst jetzt – In die Königsgräber

Wiesbaden, Mittwoch 19. März 2014, bei Arien mit Beniamino Gigli, dem "Sänger des Volkes",
 'O del mio dolce ardor', 'Dalla sua pace' uva., alles Aufnahmen aus den Jahren 1918 bis 1949

Nie war im Schreiben ein Gedanke dagewesen, es
könnte Geld einbringen. Und hier war es gleich
nach den ersten Sätzen unvorstellbar, daß diese
Geschichte, käme ich überhaupt damit zu Rand,
von auch nur einem einzigen Menschen gelesen
würde, und das gab mir doch einen Stoß in die
Verlassenheit. Indem ich umso eigensinniger
weitertat, vergaß ich sie zunächst und fand mich
dann in einer neuartigen Freiheit.
Handke: Mein Jahr in der Niemandsbucht

Begann heute den Schreibtag erstmals in diesem Jahr wieder bei offener Balkontür, mit Blick auf die blühenden Bäume hinter dem Haus, bei, in der Sonne, 20 Grad. Die Tage nach dem Verlagsabend in Leipzig, die ich bei der Liebsten in Naumburg und dem umgebenden Burgenlandkreis verbrachte, waren doch recht kalt und windig.

Wir haben es uns trotzdem nicht nehmen lassen, zum Beispiel zum Blütengrund zu fahren, um uns das Max Klinger Haus sowie den Weinberg anzusehen und hernach im Tal der Unstrut bei einem Winzer einzukehren, der einen ausgezeichneten Wein direkt vom Faß ausschenkte.

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Außerdem, was nicht minder erfreulich war, fanden wir die Zeit, um endlich meine ersten ca. 20 Seiten von „Das ferne Land“  durchzusprechen, der Stoff, der als nächstes als Roman verwirklicht …. >>>>> weiter lesen

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Morgen auf der Buchmesse – der Verlagsabend

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Es ist wieder so weit, morgen geht es nach Leipzig zur Buchmesse, wo am Abend ab 20 Uhr der traditionelle Verlagsabend des Kulturmaschinen Verlages im „Papa Hemingway“ stattfinden wird. Vorgestellt werden von den Autoren des Verlages die neuen Bücher der Saison. Wir beginnen mit Imre Töröks „Briefe aus dem siebten Himmel … die Botschaft der toten Kinder“.

Darauf folgt Jutta Schubert mit ihrer Liebeserklärung an George Tabori „Zwischen Sein und Spielen“, ein autobiografisches Werk der Erinnerung zum 100. Geburtstag des großen Theatermachers im Mai dieses Jahres.

Etwa ab 21 Uhr werde ich dann selbst etwas aus der Neufassung meines Romans „Kinder der Bosheit“ lesen. Der kann freilich erst subskribiert werden und wird im August erscheinen.

Ebenfalls vorgestellt werden die zwei Lateinamerikabücher  von Juan Riquelme Lagos und Norbert Ahrens, „Im Schatten des Nachbarn … Liebe in Zeiten der Dikatur. Ein Chile-Roman“, sowie „Podewins Verfolgung“.

Den Abschluss des Abends werden wir diesmal musikalisch begehen, da der Autor und Liedermacher Frank Viehweg aus seinem neuen Liederbuch „Stern in der Hand … die russische Seele: 111 Lied-Gedichte von 31 Dichtern“ singen und spielen wird.

Donnerstag, 13. März 2014, 20 Uhr, Lesung und Konzert „Zwischen Sein und Spielen“, Ort: „Papa Hemingway“, Münzgasse 1, 04107 Liepzig

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Unter den Top Ten der Bestenliste

Wiesbaden, 7. März 2014

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Mit Datum von gestern, dem 6. März, hat die Rhein-Main Presse meinen Roman  „Das Herz des Hais“ auf den 9. Platz der Top Ten der Buchhandlung Leucht gesetzt. Das hat mich naturgemäß sehr gefreut.

Aus dem Inhalt: Karen reist im Herbst auf die dänische Ostseeinsel Lodyne, auf der sie und ihre ältere Schwester Johanne in der Kindheit stets die Sommer- monate bei der Mutter verbracht haben. Johanne, eine international bekannte Malerin, lebt und arbeitet dort heute noch. Die beiden unglei- chen Schwestern haben über zwölf Jahre keinen Kontakt mehr gehabt, und so wird für Karen diese Reise zu einer folgenschweren Begegnung, die sie mit ihrer Kindheit und der außergewöhnlichen Geschichte der Eltern konfrontiert. Der Roman schildert eine dramatische Woche, die das Ende von Karens Ehe bedeutet, die Schwestern miteinander aus- söhnt, einem Mann, der Karen zu nahe kommt, den Tod bringt und für sie selbst die Wende ihres Lebens bereit hält.

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Der Palast in meinem Kopf

Wiesbaden, 17. Februar 2014, bei Kammermusik von Walter Proebst mit u.a. dem Schuman Trio Mainz

Ein fast spätherbstlicher Morgen. Das Rheintal in Richtung Mainz gänzlich im Nebel verschwunden. Sitze bei den Klaviermusiken von Walter Proebst, einem Komponisten, der nirgendwo verzeichnet zu sein scheint. Vor einigen Jahren fand ich eine Kassette mit 7 CDs, die seine Klavierlieder und die Kammermusik enthält, auf einem Flohmarkt. Ich hatte das Gefühl, sie retten zu müssen und bin seither froh, immer wieder, wenn ich etwas davon höre, denn Proebst Musik hat eine große Einfachheit und meisterliche Klarheit.

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Die Musik könnte von einem Zen-Meister geschrieben worden sein. Zudem scheint er in seiner Musik gewissermaßen verschwunden zu sein, da nicht mal das Internet Aufschluss über ihn zu geben vermag. Lediglich ein ehemaliger Rennfahrer und jetziger Rentner gleichen Namens … >>>> weiter lesen

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Geduld – Oder leben in einer anderen Zeit

Wiesbaden, 29. Januar 2014, mit der 8. Sinfonie von Anton Bruckner, gespielt von den Berliner
Philharmonikern unter Nikolaus Harnoncourt

Gestern habe ich endlich die lange, viel zu lange Korrekturarbeit am Manuskript des Brasilienromans abgeschlossen, die ich bereits vor meiner Reise nach Peru im vergangenen Oktober begonnen hatte. Das ist natürlich schon deshalb viel zu lang, weil es ja noch gar nicht das vollständige Manuskript betraf, lediglich die ersten 260 Seiten sind so durchgearbeitet worden.

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Bei der heutigen Durchsicht meiner Notizbücher stellte ich fest, dass die erste handschriftliche Niederschrift – die ich damals fälschlich für den Anfang des 1. Kapitels hielt – am 28. April 2012 erfolgt ist. In ziemlich genau drei Monaten werde ich demnach …. >>>> weiter lesen

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Literatur lesen? Wie denn?

Wiesbaden, 18. Januar 2014, bei Sergey Prokofiev, Violin Konzert Nr. 1 in D, Op. 19,
mit Frank Peter Zimmermann, Violine und den Berliner Philharmonikern unter Lorin Maazel

Ich möchte einige Ausführungen zum Thema LESEFÄHIGKEIT machen, die vielleicht hilfreich sind. Zwei Punkte möchte ich dabei freilich vorausschicken. Erstens, dass ich die folgenden Ausführungen als völlig wertfrei betrachte. Ich will damit niemanden angreifen. Es geht mir nur um Fakten, nicht um irgendeine persönliche Meinung. Im Grunde referiere ich nur den Stand der Literaturwissenschaften. Man kann das z.B. in Alexander Beinlichs “Lesen – Ein Handbuch” in den Abschnitten “Zu einer Typologie des Lesers” gern nachprüfen.

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Zweitens schicke ich aber voraus, dass ich die folgenden Ausführungen zur Lesefähigkeit deshalb für notwendig halte, weil ich immer wieder erlebe, dass in Gesprächen, Diskussionen und vor allem auch in diversen Internetforen ziemlich viel durcheinander geht und mir oftmals gar keine Kriterien zur Beurteilung von Texten zu existieren scheinen.

Da outet sich der eine mit Aussagen wie: er lese schon lange nicht mehr und warte allenfalls auf die Rente, um es vielleicht mal wieder zu versuchen, ob er dann aber Romane lesen würde, das wage er doch zu bezweifeln. Der nächste Gesprächsteilnehmer teilt mit, dass er .… >>>> weiter lesen

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Mit Verzögerungen anfangen

Wiesbaden, 11. Januar 2014, bei 'Ombra Cara', Opern Arien von George Friederich Händel,
mit dem unerhört frischen Countertenor Bejun Mehta, Rosemary Joshua, Sopran und
dem Freiburger Barockorchester unter René Jacobs.

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Das Jahr ist erst elf Tage alt und schon stockt bzw. verzögert sich alles. Mein Brasilien-Roman, den ich im November liegenlassen musste, um mit der Arbeit an der Neufassung des Romans „Kinder der Bosheit“ zu beginnen, von dem mir die Verlegerin am 15. 11. die Scan-Fassung schickte, … >>>> weiter lesen

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Doch mal eine Liebesgeschichte schreiben?

Wiesbaden, 05. Januar 2014, bei "BLUE" von Joni Mitchell

Am Morgen kam via Facebook von meinem Malerfreund Heiko David Schaldach, gewissermaßen als nachgereichtes Geburtstagsgeschenk, diese herzerfreuende Zeichnung.

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Ich habe mich naturgemäß wahnsinnig gefreut und spontan beschlossen, wenn ich in Zukunft doch einmal einen reinen Liebesroman schreiben sollte, Heikos Bild als Cover zu benutzen. Dann kann gar nichts mehr schiefgehen. Es würde ein Buch voller Freude. Ein ganz großes DANKE nach Österreich, lieber Heiko!

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Cover-Entwürfe für „Kinder der Bosheit“

Wiesbaden, 27. Dezember 2013, bei Rossinis "Le Comte Ory"

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Die endgültige Fassung für das Cover wird zwar erst Anfang Januar von der Jerusalemer Designerin Yehudis Jacobowitz-Dick erstellt werden, wenn ich  >>>> weiter lesen

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 „Kinder der Bosheit“ in der Schlussphase

Wiesbaden, 02. Dezember 2013, mit Maria Callas, um ihren gestrigen 90. nachzuvollziehen

Nun ja, zumindest so weit, dass jetzt mit der handschriftlichen Korrektur in einer ausgedruckt Manuskriptfassung begonnen werden kann. Bisher hatte ich nichts als die gescannte Fassung der Romanausgabe von 1986 auf dem Bildschirm, aus der ich Zeile für Zeile halt all die Fehler beseitigen musste, die beim Scannen mit einer Software für Texterkennung eben entstehen, darunter nicht zuletzt die am Ende einer jeden Zeile stehende Zeilenschaltung, die natürlich völlig überflüssig ist. Dazu dann die Trennungen aus der alten Druckfassung, die beim Scannen naturgemäß ebenfalls übernommen werden usw. Es war, ohne Übertreibung, ein elendes Geschäft.

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Jetzt aber ist das endlich abgeschlossen. Das bearbeitbar gemachte Manuskript ist ausgedruckt und liegt auf 260 Seiten für die inhaltliche Überarbeitung bereit, auch wenn die kleine Schildkröte vielleicht anzeigt, wie ich mich dabei fühle.

Aber egal, auf jeden Fall sind die Texte für die Buchankündigung des Verlages zusätzlich Foto et. bereits abgeliefert, und so werde ich wohl auch das Manuskript für den Satz und die nachfolgende Veröffentlichung zur Leipziger Frühjahrsmesse ebenfalls noch schaffen.

Inhaltlich werde ich mich vielleicht in der kommenden Woche mal äußern, um vorab einige Informationen über das Buch zu geben. Aber das  hat noch etwas Zeit.

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Oberst Procolo reitet in Leipzig

Als ich zur Premiere meines Stückes „Das Geheimnis des Alten Waldes“ nach Leipzig kam, da waren die in der Stadt gehängten Plakate so übergroß, dass ich sogar bereit war, den Schreibfehler zu verzeihen. Und die Aufführung des Theaters der Jungen Welt war dann wirklich wunderbar. Die Liebste und ich waren sehr begeistert.

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Und da sie  in Leipzig ihren Roman „Zu blau der Himmel im Februar“ vorzustellen hatte, der zur Frühjahrsbuchmesse erschienen war, so hatte wir beide in diesem Jahr Leipzig zu danken und kommen gern wieder; sicher mit neuen Büchern zur Messe 2014. Bei mir wird das die Neufassung meines Romans „Kinder der Bosheit“ sein. Juttas Titel wird diesmal ein Theaterbuch sein, aber mehr darf aus Gründen des Aberglaubens noch nicht verraten werden. Es wird sicher eine große Überraschung werden.

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Portugiesische Übersetzung abgeschlossen

Jan Oldenburg, der Übersetzer meines Romans „Calvinos Hotel“  in Brasilien, hat mir für den kommenden Mittwoch die endlich abgeschlossene Übersetzung angekündigt. Er wird sie mir mailen.

Übersetzer und Autor bei der Arbeit
Übersetzer und Autor bei der Arbeit

Nun habe ich seit meinem Besuch in Belém 2012 zwar ein wenig Portugiesisch zu lernen versucht, doch wird das nicht auch nur annähernd ausreichen, um irgendetwas von seiner Übersetzung zu beurteilen. Solch eine Beurteilung – möglichst eine unabhängige –  hätte ich aber gern, bevor das Werk weiter seinen Weg gehen wird.
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Zur Herbstmesse, auf der Brasilien ja Gastland sein wird, kann es vermutlich mit der Publikation nichts mehr werden, aber das soll kein Problem sein, denn vermutlich wird dieser Aspekt sowieso überschätzt. Ich bin auf jeden Fall erstmal sehr gespannt, wie sich das in der kommenden Woche anfühlen wird, die erste portugiesische Übersetzung anschauen zu können.

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Zu blau der Himmel im Februar

Pünktlich zur Auslieferung des Romans „Zu blau der Himmel im Februar“ von Jutta Schubert über das Schicksal des Mitbegründers der Widerstandsbewegung „Die weiße Rose“ Alexander Schmorell ist im Wiesbadener Tagblatt ein Bericht und Interview mit der Autorin erschienen.

Alexander Schmorell ist seit Tagen auf der Flucht, als die Geschwister Scholl hingerichtet werden. Mit Hans Scholl hatte er die „Weiße Rose“ gegründet und ihre Flugblätter verfasst. Schmorells Flucht scheitert. Er kehrt nach München zurück. Sein Fahndungsplakat klebt an den Mauern der Stadt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er verraten wird.

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Alexander Schmorell wurde am 13. Juli 1943 mit dem Fallbeil ermordet. Das Urteil hatte der Volksgerichtshof gesprochen, von dessen Mitgliedern in der Bundesrepublik niemand angeklagt wurde, so dass viele ihre juristischen Karrieren an Gerichten fortsetzen konnten.

Der Kulturmaschinen Verlag, Berlin schreibt dazu in seiner Verlagsankündigung: Im Frühjahr 2013 jähren sich die Prozesse gegen die antifaschistische Widerstandsgruppe WEISSE ROSE zum siebzigsten Mal. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir den Roman Zu blau der Himmel im Februar über das Schicksal Alexander Schmorells, des Mitbegründers der WEISSEN ROSE. Die Schriftstellerin Jutta Schubert, die auch Dramatikerin und Regisseurin ist, hat bereits das Theaterstück „Die Weiße Rose – Aus den Archiven des Terrors“ geschaffen. Es wurde 2004 vom Jungen Schauspiel Ensemble München uraufgeführt.

Jutta Schubert schildert in ihrem Roman „Zu blau der Himmel im Februar“ ein bisher nicht erzähltes dramatisches Schicksal des deutschen Widerstands.
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Frühes Interview wieder aufgefunden

Vermutlich weil manche Zeitungen ihre alten Archive inzwischen ins Netz stellen, meldete mir Google neulich einen Artikel über mich im Hamburger Abendblatt. Das wunderte mich, denn ich konnte mich nicht erinnern, in der letzten Zeit mit dem Abendblatt zu tun gehabt zu haben. Aber oh Wunder, der Link führte mich tatsächlich auf eine Seite mit einer Besprechung, die zugleich ein Interview mit mir beinhaltete.

Die Veröffentlichung war freilich aus dem Jahr 1986 und hatte meinen Roman „Kinder der Bosheit“ zum Thema. Es war also eine Begegnung nach langer Zeit; man sieht es auch am vergilbten Papier und am Foto des jungen Knaben, der ich damals noch war. Ich hoffe, dass man den Artikel, so wie ich ihn jetzt hier eingestellt habe, überhaupt wird lesen können.

Irgendwie war es aber auch passend, denn der Roman „Kinder der Bosheit“ soll im kommenden Jahr in einer überarbeiteten Neuauflage erneut erscheinen. Vielleicht war das hier also bereits der Startschuss.

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Lesung aus „Das Herz des Hais“ in Sachsenhausen

Obwohl immer noch falsch angekündigt – nämlich mit meinem Roman „Calvinos Hotel“ – wird es am Donnerstag dieser Woche, als0 am 20. September im Bibliothekszentrum Frankfurt Sachsenhausen, eine erste öffentliche Lesung aus meinem neuen Roman „Das Herz des Hais“ geben. Beginn ist 19:30 Uhr, Ort: Stadtbücherei Frankfurt am Main, Bibliothekszentrum Sachsenhausen, Hedderichstraße32, Tel.(069)212 339 58, www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Lesung mit falscher Buchankündigung

Ich werde, für mögliche Zuhörer, die wegen des hier angekündigten Buches kommen, natürlich anfangs aus >>>>  „Calvinos Hotel“ lesen, dann jedoch anschließend hauptsächlich aus dem neuen Roman >>>>  „Das Herz des Hais“, der in diesem Herbst zur Buchmesse erscheint und ab sofort vorbestellt werden kann.

Zum Inhalt: Karen reist im Herbst auf die dänische Ostseeinsel Lodyne, auf der sie und ihre ältere Schwester Johanne in der Kindheit stets die Sommermonate bei der Mutter verbracht haben. Johanne, eine international bekannte Malerin, lebt und arbeitet dort heute noch. Die beiden ungleichen Schwestern haben über zwölf Jahre keinen Kontakt mehr miteinander gehabt, und so wird für Karen diese Reise zu einer folgenschweren Begegnung, die sie mit ihrer Kindheit und der außergewöhnlichen Geschichte der Eltern konfrontiert. Der Roman schildert eine dramatische Woche, die das Ende von Karens Ehe bedeutet, die Schwestern miteinander aussöhnt, einem Mann, der Karen zu nahe kommt, den Tod bringt und für sie selbst die Wende ihres Lebens bereit hält.

Der Titel „Das Herz des Hais“ ist dabei, das sei schon hier gesagt, eine Metapher für eine große Liebe, die über den Tod hinaus zu bestehen vermag. „Fischer haben einem Hai das Herz herausgeschnitten und es an Deck geworfen. Es schlug noch acht Stunden lang.“, schreibt Karen, eine der beiden weiblichen Hauptfiguren im Roman, um die Kraft ihrer Liebe auszudrücken.

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Letzte Fahnenkorrektur fast beendet

Nachdem am frühen Nachmittag des Montags die Fahnen meines neuen Romans „Das Herz des Hais“ vom Verlag eintrafen, der im Herbst erscheinen soll, habe ich die Abende jeweils der Korrektur gewidmet.

Druckfahne zu "Das Herz des Hais"
Druckfahne „Das Herz des Hais“

Die Abende nur, da ich beschlossen habe, mich von dieser notwendigen Arbeit gleichzeitig nicht in der Niederschrift meines Brasilien-Romans stören bzw. unterbrechen zu lassen. Es ist ja oft so, dass man sich nur einer Sache tatsächlich mit der notwendigen Aufmerksamkeit zuwenden kann und alles andere liegenbleiben muss, bis man damit durch ist. Eben das wollte ich aber nicht gestatten, da ich mit der Arbeit am Brasilienstoff bisher so gut voran gekommen bin. Es ist freilich schwierig, wenn man nur abends an den Fahnen arbeitet, denn „abends“ ist ein Euphemismus, da ich meist in der Zeit von 21 bis 22 Uhr mein letztes Coaching absolviere, sodass ich in der Regel frühestens – nach kurzer Pause – um 22:30 Uhr dazu komme, mich meinem eigenen Text zu widmen. Ich arbeite dann in der Regel bis 02:00 am Morgen.

Nun gut, das sind an sich nichts weiter als technische Bedingungen meines Schreibens, die aus der Lebens- und Arbeitssituation erwachsen. Und natürlich aus dem Umstand, dass ich Zeit meines Lebens schon immer eine Nachteule war. Hier steckt übrigens ein gewisser Hinweis, denn so, wie es Autoren gibt, die statt der allgemein üblichen ‚Tagebücher‘ halt im wahrsten Sinne des Wortes ‚Nachtbücher‘ schreiben, so gibt es auch Autoren, deren Bücher im eigentlichen Sinne ‚Nachtbücher‘ sind. Das meint eine Grundstimmung, eine Frage des Problemhorizontes, der Psychologie, und es darf nicht gedanklich kurzgeschlossen werden, etwa in Bezug auf Horror oder Krimi oder andere Genreliteratur.

Die Fahnenkorrektur wird heute beendet werden. Ich muss lediglich noch, wie ich der Liebsten schon am Nachmittag am Telefon erzählte, entscheiden, ob ich die ursprünglich kursiv gesetzten Textteile, die zur Kennzeichnung der Rückerinnerungen der Figur der Karen dienen, tatsächlich kursiv belassen will. Der Fahnenausdruck realisiert in dieser Hinsicht die Vorgaben des Manuskriptes nicht bzw. nur teilweise, wofür ich den Grund nicht kenne. Allerdings hat das bei mir die Überlegung ausgelöst, ob die Kursivsetzung überhaupt sein muss. Notwendig ist es sicherlich bei den Abschnitten mit dem Kinderlied, aber der umgebende Text könnte auch weitgehend ohne solch eine Markierung durchgehen. Die Liebste äußerste sich während des Telefonats dazu sehr drastisch, denn sie sagte, die Leser seien eigentlich sonst gar nicht von allein in der Lage, die andere Textebene zu erkennen, die hier gemeint ist. Wenn Stephen King das geschrieben hätte, sagte sie, dann würde er das selbstverständlich kursiv setzen, denn der weiß sehr genau, dass die Leser sonst zu blöd sind, um zu erkennen, dass da ein Sprung aus der Handlungsebene heraus erfolgt. Nun, vielleicht hat sie Recht. Ich werde das morgen entscheiden, nachdem ich mit dem Verlag gesprochen habe.
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„Calvinos Hotel“ nun auch als eBook

Mein Roman „Calvinos Hotel“, der im Frühjahr 2011 in der Printfassung erschien, ist nun seit Monatsanfang auch als eBook in der Kindle-Edition verfügbar.  Wem also das reale Buch bisher vom Gewicht her zu schwer war oder zuviel Platz im Regal wegnahm, der kann sich diesen Roman einer zweifachen Liebesgeschichte, von der die erste dazu führt, dass die zweite tragisch endet, auch in der digitalen Fassung runterladen. Ich wünsche eine ertragreiche Lektüre.

Ach ja, und falls jemand trotz der digitalen Version, wie die Leserin, die mir in der vergangenen Woche mailte, doch ein vom Autor signiertes Exemplar möchte, der soll mich einfach anschreiben. Ich schicke dann sehr gern kostenlos eine digitalisierte Signatur.

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Mein neuer Roman „Das Herz des Hais“ ist für den 15. September angekündigt

Ich arbeite zwar bereits an einem weiteren Buch, das bisher unter dem schnöden Arbeitstitel Belém-Roman firmiert , aber die zentrale Veröffentlichung dieses Jahres wird nach der vollständig überarbeiteten Neufassung von „Seelenlähmung„, die im Frühjahr erschien, wohl mein Roman „Das Herz des Hais“ sein, mit dem ich zugleich eine ungewöhnliche Liebesgeschichte erzähle sowie die dramatische Geschichte der beiden Schwestern Johanne und Karen, die sich nach langer Trennung wieder begegnen.

Das Herz des Hais

Zugleich habe ich mit diesem Buch etwas eingelöst, was ich vor vielen Jahren einmal in einem Radio-Interview des NDR formulierte. Der Autor und Interviewer Frank Göhre fragte mich damals, ob es einen Schauplatz gäbe, den ich unbedingt einmal in einem Text benutzen möchte. Oh ja, sagte ich, ich würde gern einen Roman schreiben, der auf einer Insel spielt. Ich bin von Inseln fasziniert. Das habe ich mir fast gedacht, sagte Göhre, denn alle deine Geschichten schildern in ihrer Weise Inselsituationen. Das stimmte das wirklich, er hatte es gut gesehen. Aber einen Roman, der real auf einer Insel spielte, den hatte ich damals noch nicht geschrieben.

Hier ist er nun, Frank. Schau ihn dir mal an! Ich hatte ihn seit unserem Radio-Interview mit Dir und Joachim  immer im Kopf. Nun endlich habe ich ihn schreiben können.

PS: Falls Sie auf die Seite des Romans bei amazon gehen, so lassen Sie sich bitte nicht davon irritieren, dass dort Vladi Kraft als Autor erscheint. Das ist der Mann, der das Cover gemacht hat. Ich bin trotzdem der Autor. Und man kann von einem Verlag nicht alles verlangen. Leider.

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„Calvinos Hotel“ nach einer Woche in Belém in der portugiesischen Übersetzung fertig

Meine gemeinsam Arbeitszeit mit dem Übersetzer Jan Oldenburg an der portugiesischen Fassung meines  Romans „Calvinos Hotel“ in Belém do Pará (Brasilien) hat sich gelohnt. Es gab in der Tat viele sprachliche Fragen, die allein durch den Übersetzer gar nicht hätten entschieden werden können. Aber wir sind letztlich in allen Punkten zu einvernehmlichen Entscheidungen gekommen.


Jetzt, da ich zurück in D-Land bin, muss Jan Oldenburg freilich noch die Schlussfassung des Manuskriptes erstellen. Die geht dann an die professionellen Probeleser, denn das kann ich mangels portugiesischer Sprachkenntnisse natürlich nicht machen. Und sobald von den Probelesern gründes Licht kommt, werde ich die Druckfreigabe erteilen. Danach sprechen dann die Verlage ihr Wort.


Ich war übrigens etwas überrascht, als Oldenburg zum Abschluss unserer Arbeit auf das Gegenlesen der portugiesischen Manuskriptfassung durch zumindest zwei Probeleser zu sprechen kam und fragte, ob ich auch einen Probeleser meiner eigenen Wahl hätte. Ich erzählte ihm darauf die unsägliche Geschichte mit dem französischen Übersetzer meines Theaterstückes „Eistage“, der mir das Recht abgesprochen hatte, seine Übersetzung nach Fertigstellung zu prüfen, geschweige denn mir das Autorenrecht vorzubehalten, die Druckfreigabe zu erteilen. Jan Oldenburg lachte daraufhin nur und meinte, was war denn das für ein unprofessioneller Idiot? Er war froh, als ich sagte, dass ich die Übersetzung des Stückes durch diesen Übersetzer verweigert hatte.
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Literaturfest in Minden

06. März 2012 - Wiesbaden

Meine Vorbereitungen für die Lesung auf dem Mindener Literaturfest steht. Samstag, den 10., lese ich ab 19 Uhr im „Victoria Hotel“. Bin sehr gespannt und möchte unbedingt auch einige der Kollegen lesen hören. Bahnfahrt un Hotel ist gebucht.

Plakat Literaturfest Minden______________________________________________________________________

Nachträge + Vorschauen, so möglich

05. März 2012 - Wiesbaden

Das Konzept der Zeit ist unpraktisch – sie vergeht zu schnell – und da ich nur höchst ungern jemandem hinterher laufe, so notiere ich hier momentan nur mit Widerwillen, was schon daran zu sehen sein dürfte, dass ich mich seit dem letzten Oktober dagegen gesträubt habe. Aber es lässt sich nicht ändern und führt leider nur dazu, dass man sich den einzelnen Daten nicht mehr richtig zuwenden kann und stattdessen Listen abarbeitet.
Was in der Reihenfolge zuerst aufgelistet gehört, das ist das Hörbuch „Der Schatten Gottes“, das nach ewigen Verzögerungen seitens des Verlages erst zu Jahresbeginn erschien und damit sämtliche Verkaufsmöglichkeiten so ziemlich verpasst hatte. Will sagen, es erschien nicht zur Herbstmesse in Frankfurt, wofür es spätestens vorgesehen war, es erschien auch nicht zum Termin des Vorabdrucks der Titelerzählung in der Zeitschrift eXperimenta, es erschien auch nicht im zeitlichen Umfeld der Radiosendung, die die Sprecherin Bettina Römer und ich für das Buch arrangiert hatten, ja, es verpasste mit dem Erscheinungstermin sogar das Weihnachtsgeschäft und kam erst irgendwann zwischendurch zu Jahresbeginn im Januar auf den Markt. Dazu in völlig dilettantenhafter Weise, denn weder wurde dem Hörbuch eine angemessene inhaltliche Beschreibung beigegeben, noch wurde auch nur die Inhaltsangabe korrekt und vollständig wiedergegeben. Im Download und auf der DVD-Fassung muss das Hörbuch gänzlich ohne Inhaltsangabe auskommen. Lediglich auf der Verlagsseite steht eine Inhaltsangabe, eine unvollständige freilich. Bei insgesamt 12 Erzählungen, die diese Sammlung präsentiert, ist das schon erstaunlich. Nun ist es natürlich nicht so, dass wir das alles nicht zu ändern versucht hätten, aber den nur zu berechtigten kritischen Hinweisen sowohl der Sprecherin als auch des Autors folgten nicht etwa Korrekturen etc. sondern Beschimpfungen und Beleidigungen von Verlagsseite. Tja, so ist das. Es kotzt mich an, dass man mit solchen Leuten Verträge abgeschlossen hat. Nicht gedacht soll ihrer werden! Hier das Hörbuch zum Download – sichert Euch diese Rarität! Zumindest die Sprecherin hätte es verdient, dass man sich anhört, was sie da von meinen Texten realisiert hat.

Das war also der – nach so vielen unsäglichen Verzögerungen – ungute Beginn des Jahres. Das Werk ist da, doch wird damit jemand glücklich werden? Wohl kaum. Ach ja, und als sei es damit noch nicht genug, hat amazon meiner Erzählsammlung Rezensionen zugeordnet, die allesamt gar nichts mit meinem Hörbuch zu tun haben, sie gehören zu einem FBI-Krimi, der vor vielen Jahren mal unter dem Titel „Der Schatten Gottes“ erschien. Einfach großartig!! Und auch in diesem Punkt ist der Verlag nicht in der Lage eine Änderung zu bewirken. Nicht wahr, Herr L., das geht Ihnen alles am Arsch vorbei!

Ansonsten haben sich die ersten Wochen des Jahres noch ganz im Zeichen der Schlussredaktion meines Romans „Seelenlähmung“ bewegt, den ich von der Frankfurter Herbstmesse letzten Jahres auf den Termin im gegenwärtigen März in Leipzig verschoben hatte. Ich habe das Buch in der Neuauflage meinem inzwischen verstorbenen Freund Hartmut Nolte gewidmet, denn er war ja in der Tat eines der Vorbilder. Außerdem habe ich lange darüber nachgedacht, dem Buch ein Vorwort oder Nachwort beizugeben. Ich wollte zum einen etwas zu dem Umstand sagen, dass ein Buch, das ursprünglich vor 30 Jahren erschienen war und den Deutschen Herbst mit akzentuiert hatte, nun wieder vorliegt. Also über die politische und historische Dimension des Buches, denn man kann nicht davon ausgehen, dass das so einfach verstanden wird – im Gegenteil. Außerdem schwebte mir vor, etwas über die Komposition dieses Romans zu schreiben. Es ist ja ein Buch, das sehr weitgehend auf ein lineares Erzählen verzichtet und stattdessen einen Teppich aus unterschiedlichen Stimmen vorlegt, Stimmen, die pointillistisch in einer additiven Mischung erst die Geschichte ergeben. Als ich das schrieb, da konnte man noch darüber nachdenken, die Romanform selbst zu erweitern. Und das habe ich selbstverständlich damals getan! Heute ist das nicht nur obsolet, man kann auch gar nicht mehr erwarten, dass ein Lesepublikum existiert, das versteht bzw. zu verstehen sich bemühen könnte.

Insofern ist das Buch heute weit mehr als beim ersten Erscheinen seiner Zeit voraus. Zu all dem hätte ich gern etwas geschrieben. Die Liebste und ich hatten zwischenzeitlich sogar ein Interview vereinbart, in dem ich die Zusammenhänge erläutern sollte. Dazu ist es dann trotz bester Absichten nicht gekommen. Die Zeit vergeht zu schnell. Letztlich haben wir dann dem Buch, als es schon längst in der Schlußredaktion wieder dem Verlag übergeben war und dort für den Druck fertig war, eine Erzählung aus der Feder der Liebsten beigegeben, die „Statt eines Nachwortes“ etwas über die Rückkehr der Hauptfigur Klett erzählt. Sie hatte das vor 20 Jahren geschrieben, kaum dass wir uns begegnet waren und sie die Erstfassung des Romans gelesen hatte. Ihre Erzählung über die Zeit ‚als Klett zurückkehrte‘ schien uns auch heute noch so stimmig, dass wir damit das Buch abschließen wollten. Und dem hat auch der Lektor im Verlag zugestimmt.
Mir gefällt daran besonders der Umstand – ach, was sage ich? Ich habe eine diebische Freude daran! – dass wir damit gewissermaßen wieder die herkömmliche Romanform aufgebrochen haben. Denn wo hätte man es schon mal gesehen, dass ein Roman beendet/abgeschlossen wird, indem ein anderer Autor am Ende die Erzählung über die Figuren des Romans mit einer eigenen Story abschließt. Aber das hat selbstverständlich seine innere Stimmigkeit.
Das Titelbild des Romans „Seelenlähmung“ – man müsste ja „das neue Titelbild“ sagen, denn ursprünglich hatte ein René Magritte für die Erstausgabe herhalten müssen – stammt in der gegenwärtigen Fassung von Vladi Krafft und zeigt einen Weg zwischen den Feldern meiner holsteinischen Kindheit. Die Liebste hatte das spontan vorgeschlagen, als uns Verlegerin Simone Barrientos im vergangenen Herbst bei einer Sitzung beim Optiker anrief. Sie hatte sich an meine Beschreibung der Wege durch die Felder erinnert, die ich als Kind durchwandert hatte. Bei unserer Rückkehr aus Schweden hatte ich ihr etwa 1990 davon erzählt. Erstaunlich wie lange etwas braucht, um dann zu einem Bild zu werden. Das entsprechende Gegenbild dazu wird dann das Titelbild sein, dass Krafft für die Neuauflage meines Romans „Kinder der Bosheit“ zeichnen/malen soll. Da schwebt mir eine enorme nächtliche Großstadt aus der Vogelperspektive vor, was vermutlich mit den Nächten zu tun hat, die ich mit einem Kameraden aus der Soldatenzeit fliegend in einer Cessna 172 verbracht habe. In „Calvinos Hotel“ wird davon nebenbei erzählt.
Nachzutragen wären abgesehen von der portugiesischen Übersetzung des Romans „Calvinos Hotel“, die mir am Wochenende der Übersetzer des Romans aus Brasilien mitteilte, noch die anstehenden Lesungen in diesem Monat:
Beginnen wird es mit dem Literaturfest in Minden, das ich am kommenden Wochenende besuchen werde, um dort am Samstag, dem 10.03.12, von 19 bis 20 Uhr, aus meinem Roman „Calvinos Hotel“ im ‚Victoria Hotel‘ zu lesen.
Am 15.03.12, ab 19:00 lädt dann der Kulturmaschinen Verlag ein. Unter dem traditionellen Motto ’Bücher und Eierlikör’ lesen die Autoren und Autorinnen des Verlages: Leander Sukov, Phyllis Kiehl, Peter H. Gogolin, Stefan Sprang, Leonhard F. Seidl, Alban Nikolai Herbst, Carla Berling, Guido Rohm u. Simone Barrientos im Café Anton Hannes, Beethovenstraße 17, 04107 Leipzig
Auf der Buchmesse lese ich dann am 17.03.12, von 17:30-18:00 aus meinem Roman ‚Seelenlähmung‘ auf dem Messegelände, Forum Hörbuch+Literatur, Halle 3, Stand B500
Und nach meiner Rückkehr aus Leipzig lese ich dann am 21.03.12, ab 20:00 Uhr im Frankfurter Club Jerome. Die Lesung sthet unter dem Titel: ‚Auf der Suche nach dem Ponyclub‚, Peter H. Gogolin liest neue Texte von imaginären Orten und Wesen. Club Jerome, Schützenstraße 10, 60311 Frankfurt, www.jerome-ffm.de, Vorbestellung erbeten: 069-207 384 59
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2 x Schatten, 1 x Seelenlähmung – verschoben

18. Oktober 2011 - Wiesbaden

Jetzt, nachdem die Herbstbuchmesse und die damit verbundene Lesung seit dem Wochenende ebenfalls der Vergangenheit angehören, will ich kurz notieren, was sich hinsichtlich der Veröffentlichungen getan hat bzw. noch für den Jahresrest ansteht.
Beginnen soll das Nichtrealisierte. Und das ist leider in diesem Herbst die Neuauflage des Romans >>>> „Seelenlähmung“, für den ich seit unserer Rückkehr aus New York zu Augustbeginn bis zum 25. September fast durchgehend gearbeitet hatte und der seit vielen Wochen auch bereits auf amazon etc. angekündigt ist und vorbestellt werden kann. Der Verlag teilte mir wenige Tage vor der Buchmesse leider mit, dass die Druckerei mit der Produktion nicht nachkomme, sodass das Buch erst nach der Messe erscheinen könne, zu meiner Lesung im Hessischen Literaturforum im Dezember sei es aber auf jeden Fall da. Ich habe das nach einigem Überlegen dann abgelehnt, da ich ein Buch, das Wochen nach der Buchmesse erscheint, für ein totgeborenes Kind halte. Ich habe deshalb entschieden, dass der Roman stattdessen pünktlich zur Leipziger Messe im kommenden Frühjahr erscheinen soll. Für die Lesung im Dezember in Frankfurt brauche ich es eh nicht, da diese Lesung von Anfang an als Lesung aus >>>> „Calvinos Hotel“ geplant war.
Nun, ich habe demzufolge auf der Lesung des Verlages, die im Rahmen der Buchmesse am vergangenen Donnerstag im >>>> „Jerome“ in der Frankfurter Schützenstraße stattfand, auch nicht aus der „Seelenlähmung“ sondern aus „Calvinos Hotel“ vorgetragen. Die Lesung war ein schöner Erfolg, mit Bücherverkauf und Signieren und fand auch am Tag drauf noch einen mehrfachen Nachhall via Xing und Facebook von Besuchern, die sich bedankten. Vor mir hatte Carla Berling über die kuriosen Anfänge ihres Schreibens berichtet, nach mir kam nach der Pause Alban Nikolai Herbst mit einem Abschnitt aus seiner Reiseerzählung >>>> „Die Fenster von Sainte Chapelle“. Und abschließend las Leander Sukov aus einem work in progress.

Was jetzt noch ansteht, das ist zwei- oder besser dreimal >>>> „Der Schatten Gottes“, das zum Jahresende erscheinende Hörbuch mit meiner Sammlung von „Phantastischen Erzählungen“, aus der Rüdiger Heins für seine Zeitschrift >>>> eXperimenta die Titelerzählung übernommen und das ganze Oktoberheft unter diesen Titel gestellt hat. Heins war übrigens auf die Abendlesung im Jerome gekommen und hatte mir eine Printausgabe dieser sehr aufwendig gemachten Zeitschrift, die auch mit vielen sehenswerten Fotografien aufwarten kann, als Belegstück mitgebracht, worüber ich mich gefreut habe. Die online-Ausgabe kann ebenso wie alle vorhergehenden Nummern dieser Zeitschrift, die bereits seit 2005 erscheint, als PDF von der >>>> eXperimenta-Seite heruntergeladen werden.
Das wäre also „Der Schatten Gottes“ eins und zwei, die Titelerzählung im Oktober in der eXperimenta sowie das vollständige Hörbuch zum Jahresende beim Action-Verlag. Eine dritte Nachricht dazu gibt es insofern, als Rüdiger Heins die Hörbuchsprecherin Bettina Römer und mich für den 06. Dezember zu einem Live-Interview in seiner vierwöchigen Sendung auf Radio Rheinwelle eingeladen hat, um in der Zeit von 15 bis 17 Uhr das Hörbuch und die Arbeit der Sprecherin vorzustellen. Darauf bin ich schon sehr gespannt. Die Sendung auf Radio Rheinwelle kann im UKW-Bereich auf 92,5 Mhz gehört werden, zudem über Kabel auf 99,85 Mhz und auf 102,7 Mhz.
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eXperimenta unter dem Titel „Der Schatten Gottes“

14. September 2011 - Wiesbaden

Die von Rüdiger Heins und seinem Institut für kreatives Schreiben monatlich herausgegebene Literaturzeitschrift eXperimenta wird im kommenden Monat unter dem Titel „Der Schatten Gottes“ erscheinen und damit den Titel meiner Sammlung mit ‚Phantastischen Erzählungen‘ übernehmen, die im Herbst als Hörbuch beim Action-Verlag erscheinen soll. Die Zeitschriften-Nummer wird den vollständigen Text der Titelerzählung abdrucken, der mit vielen anderen Stories von der Wiesbadener Schauspielerin Bettina Römer für das Hörbuch eingelesen worden ist. Dass Rüdiger Heins mir mitteilte, er habe einen Zeichner beauftragt, meine Story in der Oktober-Nummer mit Bildern zu begleiten, das freut mich dabei ganz besonders. Ich bin gespannt, was mein Text in der Phantasie eines Zeichners an Bildern zu entzünden vermag.
In der November-Nummer ist dann ein längeres Interview mit mir vorgesehen, das auch meiner Arbeit als Literatur-Coach nachfragen wird. Und ein Radio-Gespräch zwischen Rüdiger Heins, der Sprecherin Bettina Römer und mir auf Radio Rheinwelle ist ebenfalls beabsichtigt, sobald das Hörbuch auf dem Markt ist. Ich werde berichten, wenn es soweit ist.
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„Der Schatten Gottes“ endlich als Hörbuch

02. Juli 2011 - Wiesbaden

Die Hörbuchfassung meines Erzählbandes >>>> „Der Schatten Gottes“, der ein Dutzend meiner phantastischen Erzählungen versammelt, sei inzwischen im Schneideraum angekommen und erhalte dort seinen Feinschliff, das schrieb mir vorgestern die Sprecherin des Hörbuches Bettina Römer.

Sie sei allerdings inzwischen ungeduldig. Ja, da hat sie völlig recht, denn das bin ich mittlerweile auch. Aber es braucht halt seine Zeit. Und wenn man die Ankündigung des Verlages berücksichtigt, dann heißt das wohl, dass die Veröffentlichung erst für den Herbst dieses Jahres vorgesehen ist. Was freilich gut mit der Herbstmesse zusammenpaßt.
Mittlerweile gab es sogar mehrfach Anfragen nach einer Printfassung dieser Erzählsammlung, was wohl von Lesern ausgeht, die zuvor meinen im Frühjahr publizierten Roman >>>> „Calvinos Hotel“ gelesen haben. Aber da kann ich leider noch nicht positiv antworten, denn die Publikationstermine meiner nächsten Bücher liegen alle schon bis 2013 fest, sodass meinem Printverlag da wenig Spielraum bleibt.
Im kommenden Herbst wird der Verlag meinen Roman-Erstling >>>> „Seelenlähmung“ neu herausbringen, der zuvor beim Verlag Kiepenheuer & Witsch als Hardcover und später in Englischer Broschur erschienen war.


Im kommenden Frühjahr 2012 soll dann zur Leipziger Messe mein neuer Roman „Das Herz des Hais“ erscheinen, der die Geschichte zweier Schwestern erzählt, die sich nach vielen Jahren der Trennung wieder begegnen und miteinander auskommen müssen, weil die eine an Krebs erkrankt ist und sterbend wird, während die andere ihr Erbe übernehmen soll. Eine Situation, in der viele Verletzungen aufbrechen und die Geheimnisse der Familie ans Licht gezerrt werden müssen. Ich denke, es wird ein Buch sein, das vor allem auch in sexueller Hinsicht Aufsehen erregen wird, da es Geschlechterverhältnisse schildert, die so bisher nicht auf der Tagesordnung sind. Na, ich bin gespannt.
Damit hätten wir also den Herbst 2011 für die „Seelenlähmung“ vorgesehen und das Frühjahr 2012 für den Roman „Das Herz des Hais“. Im Herbst 2012 soll dann eine weitere Neuaufnahme eines meiner früheren Romane folgen, nämlich die des Romans „Kinder der Bosheit“, für den ich den Preis der Deutschen Akademie Villa Massimo bekommen habe. Die Neuauflage dieses Romans freut mich besonders, weil er einen Einblick in eine Welt gibt, die seither verschwunden ist. Da werden also Entdeckungen möglich sein.
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Herbstprogramm des Verlages mit Neuauflage meines Romans „Seelenlähmung“

19. Mai 2011 - Naumburg

Heute kam von der Presseabteilung der >>>> Kulturmaschinen der Prospekt mit dem Herbstprogramm, in dem u.a. auch die Neuauflage meines Romans „Seelenlähmung“ angekündigt ist.


Der Verlag schreibt zum Inhalt: Ein Roman, der inhaltlich geprägt ist von deutscher Vergangenheit und Gegenwart. Die siebziger Jahre in Westdeutschland sind angefüllt vom Vergessenwollen der Alten und Wissenwollen der Jungen. Und manche Junge verzweifeln daran, erliegen der Lähmung ihrer Seele. Der Titel des Romans „Seelenlähmung“, mit dem Peter H. Gogolin für den Aspekte-Literaturpreis vorgeschlagen war, wurde zu Beginn der 80ger Jahre zu einer allgemeinen Metapher für den Gemütszustand der Generation nach der Studentenrevolte von 68 und dem Deutschen Herbst. Der Autor erhielt für den Roman den Literaturförderpreis der Hansestadt Hamburg.
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Von der Lesereise zurück

29.04.2011 - Wiesbaden

Potsdam und Berlin waren sehr schön und trotz des enormen Polizeiaufgebotes wegen des Nato-Außenministertreffens ein Erlebnis. Ich hatte sogar ein längeres Gespräch mit einem Polizisten in voller Einsatzmontour, der aus der Nähe von Mainz kam.


Die Lesung im Café Rückholz in Potsdam war zwar infolge recht miserablen Wetters nur unzureichend besucht, aber die Örtlichkeit, ihre Betreiber und mein Auftritt dort haben mir trotzdem sehr gut gefallen, sodass ich absolut zufrieden war. Nicht mal die beiden ignoranten Franzosen haben gestört, die sich während meiner Lesung nicht entblödeten, sich einfach weiter laut zu unterhalten. Sie verschwanden dann vor dem zweiten Teil der Lesung.
Am Tag drauf las ich gemeinsam mit Alban Nikolai Herbst, Simone Barrientos und Leander Sukov. Es war ein wirklich sehr schöner Abend, bei der die Verlegerin sogar auf einem Stuhl tanzte; wann hat man sowas schon einmal erlebt.

Eine Reihe von Gästen war aber auch wegen mir gekommen, so meine beiden Berliner Coachees Tina Molin und Andree Bock, die beide gegenwärtig an ihrem ersten Roman schreiben. Dazu ein Herr Rausch, der via Ria Endres zu mir gekommen war, ohne dass ich ihm allerdings helfen konnte und wollte. Außerdem bot die Lesung endlich mal Gelegenheit, Ingeborg Szöllösi leibhaftig zu treffen. Sie hat ja mehrere Erzählungen von mir veröffentlicht und war nach der Liebsten unter den wenigen ersten Probelesern meines Romans >>>> „Calvinos Hotel“. Sie hatte mich damals bezüglich der Schlussfassung sehr bestärkt.
Okay, ich kam krank von der Lesereise zurück, sodass sie mich am Ende weit mehr Zeit gekostet hat, als für die pure Reise notwendig war. Ich bin erst seit zwei Tagen wieder einigermaßen vollständig auf dem Damm. Aber es war doch entscheiden wichtig, denn erstens habe ich dadurch einen sehr guten Kontakt mit dem Verlag und seinen Mitarbeitern gewonnen, was mir wichtig ist. Zweitens haben mir meine Auftritte gezeigt, dass ich noch mit Ruhe und Sicherheit zu lesen verstehe. Und drittens hilft mir diese Reise, mich von „Calvinos Hotel“ nun endlich zu lösen und die Tür zu ganz neuen Arbeiten aufzustoßen. Eben dies ist entscheidend.
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Wiesbadener Tagblatt stellt „Calvinos Hotel“ vor

Raffiniert auf mehreren Ebenen

05.04.2011 – WIESBADEN
Von Anja Baumgart-Pietsch
GESPRÄCH: Der Wiesbadener Autor Peter H. Gogolin und sein neues Buch „Calvinos Hotel“


Richard Thallmann ist General bei der deutschen Luftwaffe. Er ist an Einsätzen und Planungen der NATO im Bosnien-Krieg beteiligt. Und er hat eine farbenreiche Lebensgeschichte, die sich zwischen Deutschland und Italien abgespielt hat. >>>> Mehr lesen

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Mein neuer Roman „Calvinos Hotel“

– kann ab sofort über die Verlagsseite der Berliner Kulturmaschinisten bestellt werden. PORTOFREI selbstverständlich! Auf der Seite befindet sich auch ein vollständiges Kapitel als Leseprobe. Eine Bestellung über Amazon ist selbstverständlich ebenfalls möglich.
„Calvinos Hotel“ ist ein deutsch-italienischer Familienroman um zwei dramatische Liebesgeschichten, deren erste dazu führt, dass die zweite tragisch scheitert.
– Greta steht während ihres ganzen Lebens zwischen zwei Männern, dem deutschen Komponisten Eduard Thallmann und dem lebenstüchtigen italienischen Geschäftsmann Enrico Calvino. Das Wissen um das Geheimnis, das sie in der Vergangenheit untrennbar mit beiden Männern verband, nimmt sie mit ins Grab.
– Nach ihrem Tod deckt ihr ältester Sohn Richard, der Erzähler des Romans, ihr Geheimnis auf. Viel zu spät erkennt er dadurch die Ursache seines wurzellosen Daseins und maßgeblicher Katastrophen, die ihm die Liebe seines Lebens zerstörten und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart hineinwirken, sodass er gezwungen ist, völlig neu zu beginnen.
– Ein deutsch-italienischer Gegenwartsroman, dessen Spannungsbogen sich über ein halbes Jahrhundert spannt, von den letzten Monaten des 2. Weltkrieges über die 50ger Jahre der Bundesrepublik bis in die Jahre des Bosnien-Krieges 1994/95. Calvinos Hotel zeigt, dass die Ereignisse der großen Weltgeschichte dem Leben der Menschen niemals äußerlich sind sondern mitten durch ihr Herz hindurchgehen.
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Zur Erinnerung an Marie Luise Kaschnitz

– Marie Luise Kaschnitz, Autorin wunderbarer Erzählungen, die meine Jugend begleitet haben, wäre am 31. Januar 100 Jahre alt geworden.
– Eines Ihrer Gedichte habe ich vor Jahren meiner inneren Bibliothek hinzugefügt. Es geht so:

– ZIEMLICH VIEL MUT
– Ich finde doch, daß ziemlich viel Mut in der Welt ist,
– Wenn man die Tage bedenkt, an denen es gar nicht recht hell wird.
– Und die Jahre ganz ohne Hoffnung. Wenn man bedenkt,
– Daß es gar niemanden gibt, der nicht seine Sorgen hätte,
– Zumindest diese: Kind, was wird dir geschehen?
– Und wir wissen doch alle, wie sehr wir mißtrauen
– Dem Dach über unserem Kopf und der Erde zu unseren Füßen,
– Und daß keiner von uns mehr sagen mag: Rose, Schwester
– Und Bruder Tod und Ewigkeit.
– Und doch hab ich heut gesehen, wie einer die Buche
– Pflanzte, den dürren Stecken, und sah zu ihr auf,
– Als wölbe sich schon über seinem Haupt die Krone.
– Den ganze Tag hab ich Lastwagen fahren sehen
– Voll Bretter und Schwellen, voll Balken und roter Ziegel.
– Ich sah mein eigenes Gesicht im Spiegel
– Als ich fortging, dir zu begegnen.
– Wie war es voll Freude.
– Wer sich ausführlicher über Marie Luise Kaschnitz informieren möchte, der findet sehr viele Informationen auf der Webseite „Der Kaschnitz zum Hundertsten„.
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Ankündigung von „Calvinos Hotel“ im „Buchmarkt“

– Das Magazin „Buchmarkt“ berichtet heute über das im Frühjahr erscheinende Buch „Calvinos Hotel“ von Peter H. Gogolin, schreibt die Verlegerin Simone Barientos auf Facebook: „Vielfach ausgezeichnet ist Kulturmaschinen-Autor Peter H. Gogolin. In Calvinos Hotel, einem Schlüsselort seines Romans, treffen sich die Figuren zu einem Reigen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
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Der Fall Demjanjuk

– Am Montag, 30. November 2009, begann vor dem Münchner Schwurgericht der vielleicht letzte große NS-Prozess in der Bundesrepublik. Angeklagt ist der 89-jährige Ivan Demjanjuk.
– Mein Stück „E i s t a g e“ setzte sich bereits vor einigen Jahren auf der fiktiv-theatralen Ebene mit dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher auseinander und versuchte dabei den erst durch die Nürnberger Prozesse in die Rechtssprechung gelangten Schuldbegriff zu beleuchten.
– Der Prozess stößt international auf großes Interesse. Das Verfahren sei ein „ein klares Zeichen für die Nachwelt, dass Verbrechen nicht ungesühnt bleiben“, sagte der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn. Siegfried Kauder (CDU), der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag nannte den Prozess historisch. Es sei der erste Fall, in dem ein Nichtdeutscher, der derartig schwere Straftaten begangen hat, in Deutschland vor Gericht gestellt wird. Michel Friedman, der frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der zum Prozess nach München kam, sagte: „Es ist wichtig, noch einmal zu erleben, wozu Menschen fähig waren im Dritten Reich.“
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Quelle: www.br-online.de
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Eine Initiative für bessere Bücher

13.08.2009 – WIESBADEN – Von Anja Baumgart-Pietsch
wi-tagblatt

LITERATURBÜRO Peter Gogolin bietet eine Autorenausbildung an
– „Es reicht nicht, darauf zu hoffen, dass künftig bessere Bücher geschrieben werden. Man muss selbst Hand anlegen!“, schreibt Peter H. Gogolin auf seiner Homepage. Der in Wiesbaden lebende, in Schleswig-Holstein geborene Autor hat es sich seit 1994 zum persönlichen Anliegen gemacht, „dass künftig bessere Bücher geschrieben werden“ – und zwar nicht (nur) aus seiner eigenen Feder.
– Gogolin hat ein Literaturbüro gegründet und bietet eine Autorenausbildung an. (weiter lesen)
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„Eistage“

d a s Stück zum vermutlich letzten großen Kriegsverbrecherprozess in Deutschland

Der Dienstausweis, der Demjanjuk im KZ ausgestellt worden sein soll.

Deutschland steht der vermutlich letzte große Kriegsverbrecherprozess bevor. Der mutmaßliche ukrainische Massenmörder aus Treblinka, John Iwan Demjanjuk wartet seit dem 12. Mai 2009 in Stadelheim auf den Prozess.

Lesen Sie zum Fall Demjanjuk mein Monodrama „Eistage„. Zu bestellen beim Theaterstückverlag, München.

Peter H. Gogolins Monodrama thematisiert nicht vordergründig die gegenwärtige Medienaktualität des Falls Demjanjuk. Der Autor schrieb das Stück bereits nach der 1993 vom Obersten Israelischen Gerichtshof verfügten Freilassung Demjanjuks, der zuvor in Israel zum Tode vorurteilt worden war. Gogolins Themen sind die Fragen der menschlichen Identität und der persönlichen Verantwortlichkeit für das eigene Handeln, die mit den Nürnberger Prozessen erstmals ethische Grundlage der Rechtssprechung wurden und seit der Einrichtung des Internationalen Gerichtshofs für Menschenrechte in DenHaag weltweite Verbindlichkeit beanspruchen.
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