Gottes Werk und Irvings Beitrag

»Ich sehe jeden verdammten Tag Dinge in meiner Fantasie, die schrecklicher sind als der 11. September.« J.I.

Peter H. Gogolin über John Irvings neuen Roman »Letzte Nacht in Twisted River«

Erinnern Sie sich noch? „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. So erzählt es zumindest das erste Buch Mose. Danach begann dann sehr schnell der ganze Schlamassel, in dem wir heute noch stecken. Hätte die Bibel, dieser große Familienroman der Menschheit, der die katastrophale Geschichte unserer Fehltritte, bösen Absichten und Fluchten erzählt, einen einzigen Autor, so müsste es unweigerlich jemand wie John Irving sein. Jemand also, der so viel Phantasie und erzählerischen Wagemut besitzt, um eine im Paradies lebende Frau unter Zuhilfenahme eines Apfels von einer Schlange verführen zu lassen. Oder wie in Irvings gerade erschienenen Roman einen zwölfjährigen Jungen auftreten zu lassen, der eine nackte Indianerin beim Geschlechtsverkehr mit einer Bratpfanne erschlägt, um dann zu zeigen, dass aus diesem Jungen zwangsläufig ein Schriftsteller werden muss. Ich bin überzeugt, dieser hypothetische Autor der Bibel muss einen ähnlich ins Groteske verliebten Humor besessen haben wie der 1942 geborene John Irving, dessen inzwischen zwölfter Roman „Letzte Nacht in Twisted River“ in der deutschen Übersetzung jetzt beim Diogenes Verlag erschienen ist.

Irving, Autor tragikomischer epischer Großwerke, die von skurrilen Begebenheiten nur so strotzen, wurde nach seinen drei nur mäßig erfolgreichen Romanen „Laßt die Bären los!“, „Die wilde Geschichte vom Wassertrinker“ und „Eine Mittelgewichts-Ehe“ international bekannt, als er 1978 den Roman „Garp – und wie er die Welt sah“ veröffentlichte. Der Erfolg von Garp war so groß, dass Irving, der bisher im Brotberuf als Englischlehrer gearbeitet hatte, sich fortan ausschließlich dem eigenen Schreiben widmen konnte. Entstanden sind dabei Werke, die sich auf geradezu detailverliebte Weise menschlichen Schicksalen widmen. Die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen erkundet er mit einer Schonungslosigkeit, die ängstliche Gemüter erschrecken könnte. Doch wird dies ebenso durch Irvings makaberen Humor aufgefangen, wie die meist überaus krass gezeichneten sexuellen Inhalte seiner Geschichten. In „Garp – und wie er die Welt sah“ z.B. besteigt Garps Mutter einen hirngeschädigten, sterbenden Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, um sich zu schwängern. Und die Irving-Fans lassen ihm solche Szenen nicht nur durchgehen, sie lieben ihn sogar gerade deswegen. Irving zeigt uns, was wir insgeheim schon immer vermutet haben, nämlich, dass die Welt ein Tollhaus ist und gerade diejenigen es darin am schlimmsten treiben, von denen wir es am wenigsten erwartet hätten.

„Letzte Nacht in Twisted River“ steht darin Irvings Welterfolg Garp in nichts nach. Ja, er übertrifft ihn sicher noch, zumindest wenn man es von der Komplexität der fünf Jahrzehnte umspannenden Handlung her betrachtet. Der Autor bekannte in einem Interview mit dem Sunday Times Magazin, dass er den Roman strukturell für das anspruchsvollste seiner Bücher halte. Das ist sicher richtig so.

Den Inhalt des Romans nachzuerzählen verbietet sich fast, zumindest wenn der Rezensent kein Sadist ist, der den Leser quälen möchte, indem er ihm vorab zu viel über das neue Buch verrät. Für einen richtigen Irving-Leser sind seine Bücher nicht einfach Bücher sondern Objekte der Begierde, deren erogene Zonen man selbstverständlich ganz allein aufdecken möchte. Darum hier nur so viel: Wenn die Geschichte im Jahre 1954 in einem Holzfällerlager in Coos County, New Hampshire beginnt, erleben wir den Tod eines „Engels“ alias Angel Pope, alias Angelù del Popolo, eines minderjährigen Holzarbeiters. 49 Jahre später, wenn der Roman in Ontario endet, wird Danny Baciagalupo, der Protagonist des Buches im Whiteout eines kanadischen Schneesturms endlich den „Engel“, und damit sein Glück, wieder finden, der ihn Jahre zuvor verlassen hatte. In der Lebensspanne dazwischen, deren Schilderung unter der Lektüre nicht eine Minute langweilig wird, erleben wir die Geschichte von Danny und seinem Vater Dominic, einem humpelnden Lager-Koch, dessen Liebe zu Rosie Calogero, seiner Großcousine und späteren Ehefrau, der Ursprung von allem ist. Ja, und natürlich die Geschichte des Holzarbeiters Ketchum, der beide während seines Lebens begleitet, da er sich durch einen Schwur an sie gefesselt fühlt. Wir erleben weiter eine Bratpfanne, die zweimal zur Verteidigung gegen Bären eingesetz wird. Wobei der zweite Bär kein Bär sondern Jane, die Geliebte von Dannys Vater ist. Wäre die Geschichte um den ersten Bären keine Lüge gewesen, so hätte der zwölfjährige Danny Jane alias den zweiten Bären in der verhängnisvollen Nacht vermutlich nicht mit der Pfanne erschlagen und damit die lebenslange Flucht in Gang gesetzt, die nach Jahrzehnten zum Mord an seinem Vater führen, sowie Ketchum zuerst die linke Hand und dann das Leben kosten wird. Und natürlich wäre Danny Baciagalupo ohne all dies niemals zu dem Autor geworden, als den John Irving ihn uns vorstellt, am Ende der Geschichte weltberühmt und ein alter Ego Irvings wie es deutlicher nicht hätte geschaffen werden können. Erlebt der Leser doch Danny Baciagalupo beim Schreiben des Buches, das er mit „Letzte Nacht in Twisted River“ in Händen hält. Am Ende, wenn sich der Kreis schließt, wird Danny genau den Satz schreiben, mit dem Irvings neuer Roman beginnt.

Thematisch werden Irvings treue Leser sicher vieles wieder erkennen. Das Motiv des werdenden Schriftstellers, als den Irving dem Leser hier den Sohn des Kochs Dominic Baciagalupo, vorstellt, wird unweigerlich an den zum Schriftsteller reifenden Garp von 1978 erinnern. Natürlich tauchen auch in Twisted River die Beziehungsschemata zwischen kleinen, schüchternen Männern und großen, dominierenden Frauen wieder auf. Und wenn das Motiv der allein erziehenden Mütter diesmal durch allein erziehende Väter abgewandelt wurde, so schlägt John Irving damit trotzdem sein bekanntes Grundthema an. Wuchs er doch selbst auf, ohne jemals seinen leiblichen Vater kennengelernt zu haben, da seine Mutter sich bereits vor seiner Geburt von dem Vater getrennt hatte, sich scheiden ließ, als ihr Sohn gerade zwei Jahre alt war, und dem Vater fortan jeglichen Kontakt mit ihm verbot. Dem Autor dies jedoch als Wiederholung autobiographischer Details anzukreiden, zielt zu kurz. Nicht nur ist Irvings erzählerischer Reichtum trotz dieser wiederkehrenden Motive viel zu groß, er weist sogar selbst auf diese zentralen Themen seines Schreibens hin. „… ich habe schon immer über Menschen geschrieben“, sagt er, „die mit irgendeinem Verlust leben müssen – ganz egal, ob sie ein Körperteil verloren haben, einen geliebten Menschen oder Kinder. Wenn es Themen gibt, die sich ständig wiederholen in fast all meinen Büchern, dann sind es die Themen Verlust und Gewalt, die bizarr und völlig unerwartet passieren. Ich sehe jeden verdammten Tag Dinge in meiner Fantasie, die schrecklicher sind als der 11. September.“

Aber vielleicht wurde ja Himmel und Erde doch nicht als erstes erschaffen. Es gibt noch einen anderen Auftakt der Schöpfungsgeschichte. Er findet sich im Johannesevangelium und beginnt mit der Behauptung „In principio erat verbum – Am Anfang war das Wort.“ Der Kosmos, dieses geordnete Ganze, das sich dem bloßen Chaos entgegensetzt, ist also aus Sprache geformt worden. Und dafür ist John Irving mit jedem seiner Werke ein Beleg. Doch stop, einen Unterschied gibt es da doch. Denn während der imaginäre Autor der Bibel sich ja bekanntlich die Frage gefallen lassen muss, warum all das Böse in der Welt ist und er nichts dagegen unternimmt, ist bei Irving auch das Böse notwendige Bedingung seines erzählerischen Universums. Und kein Leser wird die Lektüre eines seiner Bücher abschließen, der nicht am Ende eingesehen hat, dass alles, absolut alles einen Sinn gehabt hat und unverzichtbar notwendig war. John Irving weiß im Gegensatz zu Danny Baciagalupo, der dies erst lernen muss, nämlich sehr wohl, „dass es in einem halbwegs anständig geplanten Roman keine Zufälle gibt“. Vermutlich macht dies die Lektüre seiner Geschichten so befriedigend.

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Shakespeare – der größte und erfolgreichste Betrug

Kurt Kreiler argumentiert überzeugend für die Autorschaft Edward de Veres, des 17. Earl of Oxford, an den Werken William Shakespeares.

Von Peter Gogolin


Es ist ein Kreuz mit der menschlichen Unsterblichkeit. Von unseren großen Kulturheroen ist der Mythos weit größer als unser Wissen. Wer war Homer? Gewiss, wir haben die Ilias und die Odyssee. Aber hat ein Homer überhaupt gelebt? Seit der Antike schwelt der Zweifel, denn vieles spricht für eine Autorschaft mehrerer Verfasser. Um die historische Existenz Homers steht es nicht besser, als um die Jesu Christi, gleichgültig, was das Neue Testament erzählen mag. Aber hier soll nicht an den Fundamenten der christlichen Kirche gerüttelt werden, das kann man getrost den sexuellen Präferenzen ihrer Vertreter überlassen.
Es fällt allerdings auf, dass die Grabenkämpfe um die Heiligen der menschlichen Kulturgeschichte desto uneinsichtiger geführt werden, je institutionalisierter die so genannten Experten das unsterbliche Erbe verwalten.

William Shakspere (1564-1616), Sohn eines Handschuhmachers aus Stratford-upon-Avon, der kaum mehr als die Elementarschule besucht hat und doch laut Lehrmeinung der weltgewandte Autor der unter dem Verfassernamen Shakespeare bekannten Dramen, Tragödien, Lustspiele und Sonette sein soll, die ihren Autor zum Homer der Neuzeit gemacht haben, ist dafür das wohl prominenteste Beispiel.

Dass an der denkbar dünn belegten Identität Shakspere/Shakespeares – schließlich hat von dem möglicherweise größten Dichter aller Zeiten kein einziges Manuskript die Zeit überdauert, nicht ein Brief von eigener Hand ist auf uns gekommen – längst schon massive Zweifel laut wurden, ist kein Geheimnis. Seit mittlerweile über 150 Jahren sind immer neue Kandidaten für die Autorschaft an Shakespeares Werken ins Spiel gebracht worden. Darunter immerhin so illustre Gestalten wie der Philosoph Francis Bacon. Und auch die These, nur der sprach- und welterfahrene Edward de Vere, der auf dem Kontinent gereist war und die Schauplätze vieler Shakespearescher Stücke aus eigener Anschauung kannte – man denke nur an „Der Kaufmann von Venedig“ -, bringe die Voraussetzungen mit, die es brauchte, um dieses unvergleichliche Werk zu verfassen, ist nicht erst vom Kölner Literaturwissenschaftler Kurt Kreiler aufgestellt worden. Sie stammt vielmehr aus der Feder von J. Thomas Looney, dessen Buch „Shakespeare Identified in Edward de Vere, the 17th Earl of Oxford“ bereits im Jahre 1920 erschien. Freilich machte es Looney der etablierten Shakespeare-Gemeinde zu leicht, da er den unhaltbaren Gedanken vertrat, dass Oxfords gesamte Verwandtschaft vollständig in die Personnage seiner Stücke eingegangen sei. Erstmals Kurt Kreiler ist es nun gelungen, das Bild Oxfords so unvoreingenommen und vollständig zu zeichnen, wie man es von einem seriösen Autor erwarten darf, und er hat dabei beachtenswerte Belege zusammengetragen. Er kann deshalb auch mit großem Selbstbewusstsein sagen: „Das Bild, zu dem ich gekommen bin, besitzt keine Widersprüche. Das heißt, ich bin nicht im geringsten Zweifel über diese Identität.“

Wer Kreilers Buch liest, dessen Argumentation sich stichhaltig entwickelt und den Leser über weite Strecken fast wie ein Krimi in Spannung hält, kann dem nicht anders als beipflichten. Allerdings steht ebenfalls völlig außer Zweifel, dass die Stratford-Fraktion, wie seit 150 Jahren, all dies ebenso unverändert ungerührt an sich abperlen lassen wird, dass es schon an habituell gewordene Ignoranz grenzt. „You may have theories, but we have the grave“, scheint das Motto zu sein, das die Shakespeare-Verwalter in Stratford am Denken hindert und die Fiktion von dem einfachen Mann aus bescheidenen Verhältnissen, der zum Verfasser von Weltliteratur wurde, die noch nach 400 Jahren rund um den Globus das Theater inspiriert, aufrecht erhält.
Völlig konsequent in diesem Sinne weist Stanley Wells, Experte in Stratford, dann auch die Beschäftigung mit Kreilers Forschungsergebnissen in einem TV-Interview zurück. „Es interessiert mich eigentlich nicht“, sagt er unumwunden. „In den letzten 50 Jahren habe ich so viel Unsinn gelesen, so viele Versuche, dieses oder jenes zu beweisen. Ich habe einfach die Geduld nicht mehr, mich mit weiteren, neuen Versuchen zu beschäftigen.“
Das ist so verständlich wie bedauerlich und könnte im Falle des Kreilerschen Versuchs ein großer Irrtum sein. Auch für diejenigen, die nicht das harsche Urteil Henry James’ teilen, der 1903 befand: „Der göttliche William, will mir scheinen, ist der größte und erfolgreichste Betrug, der je an der geduldigen Menschheit begangen wurde.“, macht die unwillige Antwort von Stanley Wells deutlich, dass ihm die Identität Shakespeares überhaupt keine Frage zu sein scheint, was eine andere Reaktion dann auch freilich gar nicht erwarten lässt.

Um es vorweg zu nehmen, einen wirklich eindeutigen Beweis für die Identität des 17th Earl of Oxford mit dem Autor von Hamlet, King Lear und Macbeth und Co. hat auch Kurt Kreiler nicht anzubieten. Aber worin sollte ein solcher Beweis beim Stand der Forschung bzw. der Quellenlage auch bestehen? Was Kreiler vorlegen kann, sind deshalb letztlich alles Schlussfolgerungen aus und Interpretationen von Dokumenten, die sich in ihrer Fülle allerdings zu Evidenzen verdichten. Diese Evidenz ist so erdrückend, dass man über das, was der Autor da ausgegraben hat, nur dann nicht ins Nachdenken gerät, wenn man es nicht will.

Sie reichen vom Nachweis und Neubewertung der bisher zum Teil unbekannten literarischen Produktion des Earl, die dieser anonym bzw. pseudonym erscheinen ließ, über neu aufgefundene Briefwechsel, – in denen Oxford als „Master William“ tituliert wird, als „Taufpate der Schriftsteller“, ja als „erster Orpheus“ und „Musterungsmeister der Schauspielgruppen“ -, bis hin zur genauen Nachzeichnung realer Ereignisse im Leben des Edward de Vere, die später in Shakespeares Werk, etwa im Hamlet, literarisch aufgenommen werden. Wobei es sich erübrigt, darauf hinzuweisen, dass es im Leben des Shakspere aus Stratford dazu keine Entsprechung gibt.

Dies alles zu übersehen, gelingt nur dann, wenn man sich entschlossen hat, wider jede mögliche Einsicht an der Legende der Autorschaft des Mannes aus den bescheidenen Stratforder Verhältnissen festzuhalten. Und dafür gibt es zwingende Gründe, freilich nicht literaturwissenschaftlicher Art. Die Gründe dieser Uneinsichtigkeit, um es gelinde auszudrücken, sind ganz und gar ökonomisch motiviert, denn an dem Sohn des Handschuhmachers aus Stratford hängt schon lange eine ganze Industrie. Das „we have the grave“ führt zu jährlich über 5 Millionen Besuchern, ohne die das kleine Städtchen nordwestlich von Oxford mit seinen gerade mal knapp über 20.000 Einwohnern schlicht seiner Existenzgrundlage verlustig ginge. Und seine akademischen Verwalter gleich mit dazu.
Lebenslange akademische Karrieren stürzten ein wie Kartenhäuser, wenn Shakspere mit Edward de Vere den Platz tauschen müsste. Kann das jemand wie der Shakespeare-Experte Stanley Wells allen Ernstes zulassen? Lieber reagiert er auf einen Literaturwissenschaftler wie Kurt Kreiler, als handele es sich dabei um einen esoterischen Spinner, der die Existenz von Atlantis zu beweisen trachtet.
Aber Kreiler geht es um Oxford. Denn er ist überzeugt, dass Edward de Vere der Baum ist, an dem die goldenen Äpfel der Shakespeareschen Stücke gereift sind. Und er ist auch zuversichtlich, was einen anstehenden Paradigmenwechsel in der Shakespeare-Forschung betrifft. „Es haben sich die hervorragendsten Interpreten mit historischen Luftschlössern zufriedengegeben.“ schreibt er am Ende seines Buches. „Aber Wissenschaft ist nicht, was in freundlicher Selbstgefälligkeit sich bodenwurzelnd fortpflanzt. An Irrtümern muß selbst dann nicht festgehalten werden, wenn sie Geschichte gemacht haben.“
Es steht zu hoffen, dass sich diese Einsicht irgendwann durchsetzt. Was dann von einer neuen Shakespeare-Forschung zu erwarten wäre, ist noch gar nicht abzusehen.

Erstveröffentlichung: http://www.glanzundelend.de/Artikel/earlofoxford.htm

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»Niemand hat das Recht zu gehorchen!«

Irmtraud Wojak legt die Biographie des Generalstaatsanwalts und Hauptanklägers der Auschwitz-Prozesse Fritz Bauer vor.

Von Peter H. Gogolin


Zu den „heiligen Irrtümern“ der Emigranten, die er geteilt habe, soll Fritz Bauer nach dem 2. Weltkrieg zu Gerhard Zwerenz gesagt haben, gehörte auch die Hoffnung, dass alles neu und großzügig werden könne. „Dass Deutschland in Trümmern lag, hat auch sein Gutes, dachten wir. Da kommt der Schutt weg, dann bauen wir Städte der Zukunft. Hell, weit und menschenfreundlich. Bauhaus. Gropius. Mies van der Rohe. So dachten wir damals.“ Dass sich dieser „Siegeszug der Moderne“ nach 1945 nicht fortsetzte, mag jedoch am Ende seines Lebens zu Fritz Bauers geringsten Enttäuschungen gezählt haben. Der streitbare Jurist, der als Frankfurter Generalstaatsanwalt die Aufhellung der menschenverachtenden Verbrechen des Dritten Reiches begonnen und bis zu den Epoche machenden Auschwitz-Prozessen geführt hatte, wurde am 1. Juli 1968 nach der Einnahme einer großen Dosis Schlafmitteln tot in seiner Badewanne aufgefunden. Der Mann, der die Deutschen an die verdrängten Gräueltaten der Nazizeit erinnert hatte, war zu einem einsamen Außenseiter geworden. Sein Tod wurde mit Betroffenheit „aber auch … eine(r) gewisse(n) Erleichterung“ registriert, er selbst schnell vergessen. Und doch, ohne Bauers Versuch, das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte aufzuhellen, wäre das Deutschland der Nachkriegszeit ein anderes gewesen.

Im Jahr da mit der Auslieferung des 89jährigen John Demjanjuks nach Deutschland wohl der vermutlich letzte große Kriegsverbrecherprozess auf deutschem Boden begann, erschien nun die von Irmtraud Wojak, der Gründungsdirektorin des im Aufbau begriffenen NS-Dokumentationszentrums in München, verfasste Biographie Bauers, die seine aufklärerische Lebensleistung würdigt.

Fritz Max Bauer kam 1903 in Stuttgart als einziger Sohn „einer angesehenen, bürgerlichen jüdischen Familie“ auf die Welt. „Meine Familie war brav und bürgerlich“, schrieb er selbst. Die glückliche Kindheit und Jugend verbrachte er vor allem in Tübingen, wohin der Urgroßvater Leopold Hirsch vierhundert Jahre nach der Vertreibung aller Juden als erster und bis in die 1860er Jahre auch einziger Jude zurückgekehrt war. Er wurde zum Vorreiter der jüdischen Emanzipationsbewegung und damit auch zum Vorbild für seinen Urenkel, den Justizreformer Fritz Bauer, der als jüngster Amtsrichter Deutschlands von den Nazis aus dem Amt verjagt und ins Konzentrationslager verschleppt wurde. 1936 gelang ihm die Flucht nach Dänemark, später nach Schweden, mit fast nichts als ein paar Büchern im Gepäck.
Schon früh hatte Fritz Bauer, u.a. beeinflusst durch die persönliche Begegnung mit Kurt Schumacher, zur Sozialdemokratie gefunden. Er war durchdrungen von dem Glauben, dass es möglich sein müsse „für Recht und Gerechtigkeit zu leben und – wenn es sein muss – zu sterben.“ Doch auch „Die glückliche Insel Dänemark“, die ihm seit Ende 1935 Exil gewährte und die er in einem gleichnamigen Artikel in der Central-Verein-Zeitung – Allgemeine Zeitung des Judentums in Deutschland ausharrenden Landsleuten als einen Ausweg bzw. als Transitland in die Emigration empfahl, bot nur sehr begrenzt die Möglichkeit, für diese Gerechtigkeit zu leben. Die Schwierigkeiten und Unsicherheiten müssen für Bauer überwältigend gewesen sein; immer musste er damit rechnen, verhaftet und ausgeliefert zu werden. Und nachdem die deutsche Wehrmacht am 9. April 1940 in Dänemark einmarschiert war, wurde das auch tatsächlich Realität. Fritz Bauer wurde auf Veranlassung der deutschen Behörden durch die dänische Polizei verhaftet und mit einem Häftlingstransport von Kopenhagen in das Lager Horserød verbracht, von wo er erst nach Monaten der Ungewissheit wieder in die Freiheit gelangen konnte. Bis September/Oktober 1943 konnte Bauer noch in Dänemark bleiben, dann gelang mit Hilfe der dänischen Widerstandsbewegung die Flucht über die Meerenge nach Schweden. „Meine Familie floh … von Rörvig nach Mölle. Das Fischerboot wurde von uns bezahlt. Der Preis betrug pro Kopf Dkr. 2000,-.“
Die Emigrationsjahre in Schweden brachten den Kontakt mit der Exilorganisation der SPD, in deren Gremien er gewählt wurde, sowie eine rege Publikationstätigkeit, wovon vor allem Bauers Buch über das Völkerrecht „Die Kriegsverbrecher vor Gericht“ hervorgehoben werden muss, das 1944 in einem Stockholmer Verlag und noch vor dem Beginn der Nürnberger Prozesse 1945 in deutscher Übersetzung erschien.

Bauer, der schon gegen Ende 1943 in Schweden zum engen politischen Weggefährten Willy Brandts geworden war, mit ihm gemeinsam die „Sozialistische Tribüne“ herausgab und wie dieser Befürworter einer demokratisch-sozialistischen Einheitspartei war, setzte sich früh mit dem Problem der NS-Verbrechen auseinander, über die 1943 in Schweden bereits viele Informationen vorlagen. 1944 schrieb er sein Buch über die Kriegsverbrecher. Er berichtete über das KZ Majdanek, wo die selben Vernichtungsmethoden wie in Auschwitz praktiziert wurden. Und als am 27. Januar 1945 Auschwitz von der Roten Armee befreit wurde, da wurde dies für Fritz Bauer zu einem Fanal, das im Grunde sein gesamtes zukünftiges Leben bestimmen sollte. Doch was er sich selbst für die Zukunft Deutschlands vorstellte, wurde niemals Wirklichkeit. Zwar hatte er in seinem Kriegsverbrecherbuch gewissermaßen im Vorgriff auf die Nürnberger Prozesse ein „Strafgericht, ein Weltgericht“ gefordert, doch hätte er es vorgezogen, wenn das deutsche Volk die Sache selbst in die Hand genommen und sich zu den Taten bekannt hätte. „… besser wäre es“, schrieb er, „wenn das deutsche Volk den Ausgleich selbst vollziehen würde, wenn es nicht bloß ein mehr oder minder aufmerksamer Zuschauer wäre, ein mehr oder minder gelehriger Schüler wäre, sondern selbst das Schwert des Krieges mit dem Schwert der Gerechtigkeit vertauschte. Ein ehrliches deutsches ‚J’accuse’ würde das ‚eigene Nest nicht beschmutzen’ … Es wäre ganz im Gegenteil das Bekenntnis zu einer neuen deutschen Welt.“ Dieses j’accuse hat es damals ebenso wenig gegeben wie heute, da im Münchner Landgericht John Demjanjuk das „sterbende Opfer mimt“, statt sich zu bekennen und zu sagen „Ja, ich war in dieser Hölle und wollte nicht krepieren. Ich bereue zutiefst. Das wäre zwar das Ende seiner Lebenslüge, trüge ihm aber Respekt ein.“[1], wie Gisela Friedrichsen im Spiegel so treffend schreibt.

Als Fritz Bauer nach dem Krieg aus dem Exil zurückkehrte, muss diese Erkenntnis für ihn schmerzhaft gewesen sein. Er ging nicht wie so viele Weggefährten der Kriegsjahre in die Politik, sondern kehrte zur Justiz zurück. Zuerst wirkt er in Braunschweig, ab 1956 dann in Frankfurt, doch musste er von allem Anfang an erleben, dass deutsche Gerichte in NS-Verfahren meist zu Gunsten der Angeklagten entschieden, besonders nach der 1950 erfolgten Gründung des Bundesgerichtshofes. Der Umstand, dass die Entnazifizierung der Alliierten gescheitert war, hatte dazu geführt, dass in vielen Fällen ehemalige Parteimitglieder in ihre alten Positionen zurückgekehrt waren und so in der Lage waren, jede wirkungsvolle Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu verhindern. Bislang waren Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach dem Kontrollratsgesetz Nr. 10 geahndet worden, das nun von den ins Amt zurückgekehrten bundesdeutschen Richtern und Staatsanwälten mit dem so genannten Rückwirkungsverbot „nullum crimen, nulla poena sine lege“ kritisiert wurde, wonach nur Verbrechen bestraft werden konnten, die gegen das bestehende Recht ihrer Zeit verstoßen hatten. Nur eine Minderheit der Juristen, schreibt Irmtrud Wojak, habe sich gegen diese Rechtsauffassung gewandt, die das Unrecht der NS-Justiz nachträglich legitimierte. Für Fritz Bauer war das Recht des gerade überwundenen Nazistaates hingegen, nach einer 1946 von Gustav Radbruch geprägten Formel, „Unrecht in Gesetzesform“. Eine juristische Bewältigung der Vergangenheit war deshalb für ihn „nur mit Hilfe eines übergesetzlichen Rechts möglich“. Er zog eine scharfe Grenze zwischen den unantastbaren Grund- und Menschenrechten und der Ausübung staatlicher Gewalt aufgrund einer Willkürgesetzgebung. Ja, Bauer forderte gar die „Pflicht zum Widerstand“ zum persönlichen „Nein“ gegenüber staatlichen Verbrechen. Eine Haltung, die vom Diktum der Philosophin Hannah Arendt „Niemand hat das Recht zu gehorchen!“ hätte inspiriert sein können. Das war höchst brisant und unbequem in einer Zeit, da sich die deutsche Gesellschaft darauf geeinigt zu haben schien, dass die angebliche Notwendigkeit, doch „nur gehorcht“ zu haben, alles legitimierte. Zumindest aus der Perspektive der verfolgten Juden, der Sozialdemokraten und anderer Reimigranten kann in den Gründungsjahren der Bundesrepublik der Eindruck einer Kontinuität nationalsozialistischen Denkens und Handels nur schwer von der Hand zu weisen gewesen sein. Ein Vorwurf, der große Teile der 68ger Bewegung nachhaltig inspirieren sollte und nicht wenig zur Staatskrise des deutschen Herbstes beigetragen hat.
1968 war auch das Jahr des vermutlich selbst gewählten Todes von Fritz Bauer. Als er starb, war er zum „Ankläger seiner Epoche“ geworden, Hauptankläger im Auschwitz-Prozess, der so genannten Strafsache 4 Ks 2/63 gegen Mulka u.a., und hatte die dramatische Spurensuche nach Eichmann, Bormann und Mengele vorangetrieben. Und wenn am Ende doch konstatiert werden konnte, dass Deutschland ein anderes Land geworden war, dann muss man hinzufügen, dass dies ohne Fritz Bauers unermüdlichen Kampf gegen die verdrängte Erinnerung der Deutschen nicht möglich gewesen wäre. Er hat seine Zeitgenossen immer wieder zum Hinsehen gebracht, auch wenn dies eine Anstrengung gewesen sein muss, die letztlich selbst seine Kraft aufgebraucht hat.

Irmtrud Wojaks ist für die faktenreiche Darstellung dieses außergewöhnlichen Lebens sehr zu danken, zumal sie die Schwierigkeit zu bewältigen hatte, dass es keinen persönlichen Nachlass gibt, auf den sie sich bei ihrer Arbeit hätte stützen können. Sie bescheinigt Fritz Bauer, es sei ihm gelungen, „in gewisser Hinsicht, seine Anonymität vollkommen zu bewahren“, was für eine Biographie naturgemäß ein kaum ersetzbarer Verlust sei. Für diesen Wunsch nach Anonymität scheint es Gründe gegeben zu haben, die zu seiner Zeit höchst wahrscheinlich zu Diffamierungen Anlass gegeben hätten und uns heutig nicht mehr zu interessieren brauchen. Was bleibt ist die für Deutschland so zentrale Lebensleistung dieses Mannes, dessen Porträt Irmtrud Wojak eindringlich gezeichnet hat.

(Estveröffentlichung: Glanz & Elend – Magazin für Literatur und Zeitkritik, 2010
http://www.glanzundelend.de/Artikel/fritzbauer.htm )

[1] Gisela Friedrichsen, in Der Spiegel 50/2009

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Weihnachtsprogramm: “Das Geheimnis des Alten Waldes”

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Das Puppentheater Halle zeigt als Familienvorstellung im Weihnachtsprogramm 2009 mein Stück  “Das Geheimnis des Alten Waldes“.

Spieltermine im Dezember:
Dienstag: 22. Dez. 2009, 18:00 – 19:30 Uhr, für Kinder ab 10 und Erwachsene
Samstag: 26. Dez. 2009, 18:00 – 19:30 Uhr, für Kinder ab 10 und Erwachsene

Regie: Christoph Werner | Bühne und Kostüme: Angela Baumgart | Puppen: Atif Hussein | Musik: Sebastian Herzfeld | Dramaturgie: Ralf Meyer
Mit: Janine Bohn, Kerstin Daley, Nils Dreschke, Lars Frank, Ines Heinrich-Frank, Sebastian Herzfeld, Uwe Steinbach

Oberst Sebastian Proccolo begibt sich auf sein letztes Abenteuer. Die Armee hat ihn entlassen, und er will den Wald in Besitz nehmen, den ihm sein Onkel vererbt hat. Aber es erwartet ihn sein schlimmster Kampf, ein Gefecht, für das seine militärische Laufbahn ihn überhaupt nicht vorbereitet hat: sein sechsjähriger Neffe Benvenuto zerstört in wenigen Tagen, was der Oberst aus fast sechzig Jahren Lebenserfahrung sicher zu wissen glaubte.

“Es geschieht viel, vor allem Überraschendes. Jede Wahrscheinlichkeitslogik ist außer Kraft gesetzt, alles fest in den Händen zügelloser Fantasie, aber reichlich mit wiedererkennbaren Lebenserfahrungen durchsetzt…”
Dirk Pilz, Theater der Zeit

„Die Sensation des Abends ist das körperlose Wandern der Sprache und die sprachlose Präsenz der Gestalten
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung
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Der Fall Demjanjuk

Am Montag, 30. November 2009, begann vor dem Münchner Schwurgericht der vielleicht letzte große NS-Prozess in der Bundesrepublik. Angeklagt ist der 89-jährige Ivan Demjanjuk.
Mein Stück “E i s t a g e” setzte sich bereits vor einigen Jahren auf der fiktiv-theatralen Ebene mit dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher auseinander und versuchte dabei den erst durch die Nürnberger Prozesse in die Rechtssprechung gelangten Schuldbegriff zu beleuchten.

Der Prozess stößt international auf großes Interesse. Das Verfahren sei ein “ein klares Zeichen für die Nachwelt, dass Verbrechen nicht ungesühnt bleiben”, sagte der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn. Siegfried Kauder (CDU), der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag nannte den Prozess historisch. Es sei der erste Fall, in dem ein Nichtdeutscher, der derartig schwere Straftaten begangen hat, in Deutschland vor Gericht gestellt wird. Michel Friedman, der frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der zum Prozess nach München kam, sagte: ”Es ist wichtig, noch einmal zu erleben, wozu Menschen fähig waren im Dritten Reich.”

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Quelle: www.br-online.de

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Eine Initiative für bessere Bücher

13.08.2009 – WIESBADEN – Von Anja Baumgart-Pietsch

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LITERATURBÜRO Peter Gogolin bietet eine Autorenausbildung an

“Es reicht nicht, darauf zu hoffen, dass künftig bessere Bücher geschrieben werden. Man muss selbst Hand anlegen!”, schreibt Peter H. Gogolin auf seiner Homepage. Der in Wiesbaden lebende, in Schleswig-Holstein geborene Autor hat es sich seit 1994 zum persönlichen Anliegen gemacht, “dass künftig bessere Bücher geschrieben werden” – und zwar nicht (nur) aus seiner eigenen Feder.

Gogolin hat ein Literaturbüro gegründet und bietet eine Autorenausbildung an. (weiter lesen)

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Uraufführung in Erfurt

Jutta Schuberts neues Theaterstück DIE BREMER STADTMUSIKANTEN ist gegenwärtig in Vorbereitung und wird am Samstag, 15. August 2009 während der DOMSTUFEN Festspiele in Erfurt seine Uraufführung erleben.

DIE BREMER STADTMUSIKANTEN – Musiktheater für Kinder von 6 bis 99 – Uraufführung von Jutta Schubert – nach den Gebrüdern Grimm – Regie: Tabea Kranefoed

Wer kennt sie nicht, die vier berühmten, unerschrockenen Tiere. Alt und grau geworden und von den Menschen schlecht behandelt, bestärken sie sich gegenseitig, noch etwas aus ihrem Leben zu machen.

Im Geist der Freundschaft und der Kunst machen sie sich nach Bremen auf den Weg, um Musikanten zu werden. Doch so weit brauchen sie gar nicht zu gehen: Auf den Erfurter Domstufen finden sie in diesem Sommer eine ausgezeichnete Bühne.

Die vier tierischen Helden werden von Opernsängerinnen und –sängern gespielt und ihre Musik ist überhaupt kein „Katzenjammer“, sondern bringt auf vergnügliche Weise dem Publikum Arien von Mozart, Rossini und Offenbach nahe. Die Räuber-Schauspieler versuchen rappend dagegen zu halten. Ein unterhaltsames Stück für die ganze Familie.

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“Eistage”

d a s  Stück zum vermutlich letzten großen Kriegsverbrecherprozess in Deutschland


Der Dienstausweis, der Demjanjuk im KZ ausgestellt worden sein soll.SS-Dienstausweis, der Demjanjuk im KZ Sobibor ausgestellt wurde.

Deutschland steht der vermutlich letzte große Kriegsverbrecherprozess bevor. Der mutmaßliche ukrainische Massenmörder aus Treblinka, John Iwan Demjanjuk wartet seit dem 12. Mai 2009 in Stadelheim auf den Prozess.

Lesen Sie zum Fall Demjanjuk mein Monodrama “Eistage“. Zu bestellen beim Theaterstückverlag, München.

Peter H. Gogolins Monodrama thematisiert nicht vordergründig die gegenwärtige Medienaktualität des Falls Demjanjuk. Der Autor schrieb das Stück bereits nach der 1993 vom Obersten Israelischen Gerichtshof verfügten Freilassung Demjanjuks, der zuvor in Israel zum Tode vorurteilt worden war. Gogolins Themen sind die Fragen der menschlichen Identität und der persönlichen Verantwortlichkeit für das eigene Handeln, die mit den Nürnberger Prozessen erstmals ethische Grundlage der Rechtssprechung wurden und seit der Einrichtung des Internationalen Gerichtshofs für Menschenrechte in DenHaag weltweite Verbindlichkeit beanspruchen.

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Das Kult-Stück im Puppentheater!

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Das Puppentheater Halle spielt wieder für Sie DAS GEHEIMNIS DES ALTEN WALDES:

Nächster Spieltermin:

Do, 28. Mai, 20:30 Uhr

DAS GEHEIMNIS DES ALTEN WALDES führt Sie in eine zauberhafte Welt voller skurriler Gestalten: Ein alter Oberst erbt einen verwunschenen Wald, dessen Regeln er nicht versteht. Kult!
Zu beziehen über den Theaterstückverlag, München
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Schnee auf neuen Gipfeln

Nun gibt es erstaunlicherweise auch meine erste Übersetzung ins Chinesische zu feiern. Xue-Feng sandte mir überraschend die Übersetzung meines Gedichtes “Schnee auf neuen Gipfeln” und hat mir damit eine große Freude gemacht.

berg-und-schnee

Schnee auf neuen Gipfeln

Vor dem Tod
will ich die Einsamkeit suchen
Bäume um mich haben
und in der Stille sein.

Trauere nicht.
Mit ruhigem Herzen werden wir
wenn die Wolken aufreißen
Schnee auf neuen Gipfeln sehen.
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IMAGINALE

Das Festival IMAGINALE 2009 in Mannheim (Alte Feuerwache) eröffnet am 23. Januar 2009 mit meinem Stück DAS GEHEIMNIS DES ALTEN WALDES in der Inszenierung des Puppentheaters Halle, Regie: Christoph Werner | Bühne und Kostüme: Angela Baumgart-Wolf | Puppen: Atif Hussein | Musik: Sebastian Herzfeld | Dramaturgie: Ralf Meyer
Mit: Janine Bohn, Kerstin Daley, Nils Dreschke, Lars Frank, Ines Heinrich-Frank, Sebastian Herzfeld, Uwe Steinbach

„Die Sensation des Abends ist das körperlose Wandern der Sprache und die sprachlose Präsenz der Gestalten.“ (Mitteldeutsche Zeitung)

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PenisMonolog

Penis-Amulett

Amulett (Bronze) 175 - 275 n.Chr. Archeologisches Museum Aardenburg

Meine Komödie “PenisMonolog”, an der ich nach einer Idee vom Sommer seit Herbstbeginn gearbeitet habe, ist nun im alten Jahr noch fertig geworden.

Das Stück orientiert sich, wie könnte es anders sein, gewissermaßen programmatisch ‘unter der Gürtellinie’. Ohne dabei zu vergessen, dass der Penis der Mittelpunkt all der Spiele der Beherrschung ist, wie Michel Foucault sagen würde. Oder:

Ein Penis
ist ein Penis
ist ein Penis

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