{"id":9358,"date":"2026-08-31T21:07:29","date_gmt":"2026-08-31T19:07:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/?p=9358"},"modified":"2026-08-31T21:59:07","modified_gmt":"2026-08-31T19:59:07","slug":"stahlwerkstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/?p=9358","title":{"rendered":"Stahlwerkstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stahlwerkstra\u00dfe 44 in der <strong>Dortmunder Nordstadt<\/strong> im historischen <strong>Borsigplatz-Viertel<\/strong>, direkt westlich des ehemaligen Gel\u00e4ndes der Westfalenh\u00fctte (Hoesch). Das Haus und das umgebende Viertel ist der ist der reale historische Schauplatz meines autobiographischen Romans <em>Stahlwerkstra\u00dfe<\/em>, der in den Jahren 1963 und 1964 spielt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"978\" src=\"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/9BD9FE27-2A46-40E0-9F0A-80BB9E50F359_1_201_a-1024x978.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9359\" srcset=\"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/9BD9FE27-2A46-40E0-9F0A-80BB9E50F359_1_201_a-1024x978.jpeg 1024w, https:\/\/www.peter-gogolin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/9BD9FE27-2A46-40E0-9F0A-80BB9E50F359_1_201_a-400x382.jpeg 400w, https:\/\/www.peter-gogolin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/9BD9FE27-2A46-40E0-9F0A-80BB9E50F359_1_201_a-767x733.jpeg 767w, https:\/\/www.peter-gogolin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/9BD9FE27-2A46-40E0-9F0A-80BB9E50F359_1_201_a-1536x1468.jpeg 1536w, https:\/\/www.peter-gogolin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/9BD9FE27-2A46-40E0-9F0A-80BB9E50F359_1_201_a-1140x1089.jpeg 1140w, https:\/\/www.peter-gogolin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/9BD9FE27-2A46-40E0-9F0A-80BB9E50F359_1_201_a-2048x1957.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sommer 1964 im Ruhrgebiet. Der 14j\u00e4hrige Bergmannssohn <strong>Johannes Stein<\/strong> entdeckt die Welt: das Kino, in der Stadtb\u00fccherei die Literatur, die Jazz-Musik und durch die Fris\u00f6rgehilfin Vera seine erste Verliebtheit. Die Sommerferien haben begonnen, und es k\u00f6nnte das gl\u00fccklichste Jahr seines bisherigen Lebens werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch w\u00e4hrend der aktuellen &#8218;Wochenschau&#8216; im AKI-Kino am Hauptbahnhof erf\u00e4hrt er erstmals etwas \u00fcber den Holocaust, da ein Filmausschnitt vom Frankfurter Auschwitz-Prozess, der im Jahr zuvor begonnen hat, berichtet. Er sieht Bilder von ausgebomten St\u00e4dten, Bagger, die nackte Leichen in Gruben schieben und in der Gerichtsszene einer Zeugenvernehmung erkennt er einen Nachbarn. Es ist Widowsky aus dem Erdgeschoss, ein Arbeitskollege seines Vaters, der als Sanit\u00e4ter auf der Zeche Gneisenau arbeitet. Widowsky gesteht, auf Befehl H\u00e4ftlingen Todesspritzen gegeben zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johannes Stein beginnt in der Folgezeit zu begreifen, was ihm sowohl von den eigenen Eltern, Verwandten als auch in der Schule verschwiegen worden ist, obwohl die Spuren der Katastrophe \u00fcberall sichtbar waren und nach wie vor sind: von den st\u00e4dtischen Tr\u00fcmmergrundst\u00fccken, auf denen er als Kind gespielt hat, bis zur Blutgruppent\u00e4towierung seines Schulleiters, eines ehemaligen <em>SS<\/em>-Mannes, der auf den Landkarten des Erdkundeunterrichts gern zeigte, <em>&#8222;bis wohin unsere Panzerverb\u00e4nde vorger\u00fcckt sind&#8220;<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er versteht erstmals auch die H\u00e4ftlingsnummer auf dem Arm seines Vaters, die von einem nachtr\u00e4glich dar\u00fcber t\u00e4towierten Herz nur schlecht verdeckt wird. Johannes kommt sich von allen betrogen vor und f\u00fchlt sich v\u00f6llig hilflos, weil er keinen Weg sieht, mit seinem neuen Wissen umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nat\u00fcrlich gibt es solch einen Weg auch nicht, so wie es f\u00fcr diesen Roman keine im Sinne eines herk\u00f6mmlichen Handlungsromans \u00fcbliche Aufl\u00f6sung gibt. Johannes Stein wird mit dem, was er in diesem Sommer 1964 erf\u00e4hrt, sein ganzes Leben hindurch umgehen m\u00fcssen. Es ist ein Buch \u00fcber das Ende der Kindheit, das Erwachsenwerden und die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Schreibweise der Geschichte folgt einer nat\u00fcrlichen Ordnung des Bewusstseins. Das hei\u00dft, ich nutze f\u00fcr die Erz\u00e4hlung insofern eine avancierte Darstellungsweise, als die Handlung sich nicht nach einer nachtr\u00e4glich konstruierten Logik richtet und somit eine kausale Ordnung behauptet, die es in einer m\u00f6glichen Realit\u00e4t nicht gab. Die Darstellung orientiert sich vielmehr an Schaupl\u00e4tzen (dem Keller, dem Dachboden, verschiedenen Zimmern im Haus und Orten in der Stadt wie dem Kino oder der Bibliothek), wie sie in der Erinnerung des Protagonisten auftauchen w\u00fcrden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Erinnerung der Hauptfigur Johannes Stein ist die Handlung durch Orte definiert, darum wird der Roman als eine Abfolge von Schaupl\u00e4tzen erz\u00e4hlt, die nacheinander ausgeleuchtet werden. F\u00fcr den Leser sollte deshalb auch von Anfang an klar werden, dass dies ein Buch der Erinnerung ist, eine Reise in die Kindheit und an die Orte, die f\u00fcr die Bewusstwerdung der Hauptfigur entscheidend waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8230; wird fortgesetzt!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stahlwerkstra\u00dfe 44 in der Dortmunder Nordstadt im historischen Borsigplatz-Viertel, direkt westlich des ehemaligen Gel\u00e4ndes der Westfalenh\u00fctte (Hoesch). Das Haus und das umgebende Viertel ist der ist der reale historische Schauplatz meines autobiographischen Romans Stahlwerkstra\u00dfe, der in den Jahren 1963 und 1964 spielt. Sommer 1964 im Ruhrgebiet. Der 14j\u00e4hrige Bergmannssohn Johannes Stein entdeckt die Welt: das Kino, in der Stadtb\u00fccherei die Literatur, die Jazz-Musik und durch die Fris\u00f6rgehilfin Vera seine erste Verliebtheit. Die Sommerferien haben begonnen, und es k\u00f6nnte das gl\u00fccklichste Jahr seines bisherigen Lebens werden. Doch w\u00e4hrend der aktuellen &#8218;Wochenschau&#8216; im AKI-Kino am Hauptbahnhof erf\u00e4hrt er erstmals etwas \u00fcber den Holocaust, da ein Filmausschnitt vom Frankfurter Auschwitz-Prozess, der im Jahr zuvor begonnen hat, berichtet. Er sieht Bilder von ausgebomten St\u00e4dten, Bagger, die nackte Leichen in Gruben schieben und in der Gerichtsszene einer Zeugenvernehmung erkennt er einen Nachbarn. Es ist Widowsky aus dem Erdgeschoss, ein Arbeitskollege seines Vaters, der als Sanit\u00e4ter auf der Zeche Gneisenau arbeitet. Widowsky gesteht, auf Befehl H\u00e4ftlingen Todesspritzen gegeben zu haben. Johannes Stein beginnt in der Folgezeit zu begreifen, was ihm sowohl von den eigenen Eltern, Verwandten als auch in der Schule verschwiegen worden ist, obwohl die Spuren der Katastrophe \u00fcberall sichtbar waren und nach wie vor sind: von den st\u00e4dtischen Tr\u00fcmmergrundst\u00fccken, auf denen er als Kind gespielt hat, bis zur Blutgruppent\u00e4towierung seines Schulleiters, eines ehemaligen SS-Mannes, der auf den Landkarten des Erdkundeunterrichts gern zeigte, &#8222;bis wohin unsere Panzerverb\u00e4nde vorger\u00fcckt sind&#8220;. Er versteht erstmals auch die H\u00e4ftlingsnummer auf dem Arm seines Vaters, die von einem nachtr\u00e4glich dar\u00fcber t\u00e4towierten Herz nur schlecht verdeckt wird. Johannes kommt sich von allen betrogen vor und f\u00fchlt sich v\u00f6llig hilflos, weil er keinen Weg sieht, mit seinem neuen Wissen umzugehen. Und nat\u00fcrlich gibt es solch einen Weg auch nicht, so wie es f\u00fcr diesen Roman keine im Sinne eines herk\u00f6mmlichen Handlungsromans \u00fcbliche Aufl\u00f6sung gibt. Johannes Stein wird mit dem, was er in diesem Sommer 1964 erf\u00e4hrt, sein ganzes Leben hindurch umgehen m\u00fcssen. Es ist ein Buch \u00fcber das Ende der Kindheit, das Erwachsenwerden und die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Meine Schreibweise der Geschichte folgt einer nat\u00fcrlichen Ordnung des Bewusstseins. Das hei\u00dft, ich nutze f\u00fcr die Erz\u00e4hlung insofern eine avancierte Darstellungsweise, als die Handlung sich nicht nach einer nachtr\u00e4glich konstruierten Logik richtet und somit eine kausale Ordnung behauptet, die es in einer m\u00f6glichen Realit\u00e4t nicht gab. Die Darstellung orientiert sich vielmehr an Schaupl\u00e4tzen (dem Keller, dem Dachboden, verschiedenen Zimmern im Haus und Orten in der Stadt wie dem Kino oder der Bibliothek), wie sie in der Erinnerung des Protagonisten auftauchen w\u00fcrden. In der Erinnerung der Hauptfigur Johannes Stein ist die Handlung durch Orte definiert, darum wird der Roman als eine Abfolge von Schaupl\u00e4tzen erz\u00e4hlt, die nacheinander ausgeleuchtet werden. F\u00fcr den Leser sollte deshalb auch von Anfang an klar werden, dass dies ein Buch der Erinnerung ist, eine Reise in die Kindheit und an die Orte, die f\u00fcr die Bewusstwerdung der Hauptfigur entscheidend waren. &#8230; wird fortgesetzt!<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8633,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38,39,40,12,44],"tags":[],"class_list":["post-9358","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antisemitismus","category-auschwitz","category-biografie","category-literatur","category-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9358"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9364,"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9358\/revisions\/9364"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8633"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-gogolin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}