Termine
Liebe Mitglieder des PEN Deutschland,
am 10. September 2026 um 20.30 Uhr macht unsere bundesweite frei&geist-Tour Station beim Internationalen Literaturfestival Berlin und PEN-Mitglieder erhalten freien Eintritt, solange unser Kartenkontingent reicht!
Zu Gast in den Berliner Festspielen sind der langjährige Auslandskorrespondent und Buchautor Hasnain Kazim, die „Chefreporterin Freiheit“ Anna Schneider sowie der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Gemeinsam mit Matthias Politycki, Schriftsteller und Präsident von PEN Deutschland, sprechen sie über das, was sie persönlich derzeit am meisten bewegt. Keiner der drei weiß vorab, welches Thema die anderen mitbringen – der Ausgangspunkt für ein offenes Gespräch über unterschiedliche Perspektiven, drängende Fragen und das, was ihnen in unserer Gegenwart wirklich wichtig erscheint.
Im Anschluss laden wir zu einem Getränk an der Bar der Festival Kitchen ein, um das Gespräch ungezwungen fortzusetzen.
Termin: 10. September 2026, 20.30 Uhr
Ort: Berliner Festspiele, Seitenbühne, Schaperstraße 24, 10719 Berlin
Mit: Hasnain Kazim, Anna Schneider und Wolfgang Thierse
Moderation: Matthias Politycki (Präsident PEN Deutschland)
Freier Eintritt für PEN-Mitglieder
Für unsere Mitglieder steht ein begrenztes Kartenkontingent zur Verfügung. Solange der Vorrat reicht, ist der Eintritt kostenlos. Wer dabei sein möchte, schreibt uns einfach kurz eine formlose E-Mail an info@pen-deutschland.de mit Namen und ggf. dem Namen der Begleitperson.
Wir freuen uns, Sie/Euch in Berlin zu begrüßen!
Ihr Team der PEN-Geschäftsstelle
Liebe Freund:innen von Verbrannte Orte,
vor über 93 Jahren loderten in Deutschland die Scheiterhaufen für Bücher.
Menschen wurden verfemt, verfolgt, aus dem Land gejagt oder ermordet – weil sie geschrieben, gedacht und widersprochen haben. Verfolgte Autor:innen, Dichter:innen und Denker:innen, deren einziges „Verbrechen“ darin bestand, für eine offene, vielfältige Gesellschaft einzustehen. Wir erinnern an sie nicht als abgeschlossenes Kapitel, das man betroffen zuklappt, sondern weil ihr Kampf heute wieder mitten unter uns tobt.
Denn im Kern ging es damals wie heute um dasselbe: um die Würde jedes einzelnen Menschen, um das Recht, anders zu sein, anders zu denken, anders zu lieben und zu glauben. Wer Bücher verbrennt, will Vielfalt auslöschen. Wer kritische Stimmen zum Schweigen bringt, greift die Menschenwürde selbst an. Und diese Angriffe sind nicht Vergangenheit. Wenn in diesem Herbst in Niedersachsen kommunal gewählt wird, in Sachsen, in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin, dann steht mehr auf dem Spiel als Sitzverteilungen. Es geht darum, ob wir eine offene, streitbare, vielfältige Gesellschaft bleiben oder ob wieder Platz gemacht wird für die, die genau das bekämpfen. Erinnern heißt für uns deshalb nicht zurückblicken und schweigen. Erinnern heißt hinschauen, Haltung zeigen, laut werden. Für Vielfalt, für Freiheit, für die Würde aller.
Genau dazu will unsere neue Wanderausstellung „Zwischen Flammen und Freiheit“ anstiften. Sie erzählt von den Menschen, die verfolgt wurden, aber sie ist kein stilles Gedenken. Sie ist eine Aufforderung: Mischt euch ein. Werdet laut. Stellt euch quer, wo Vielfalt und Würde angegriffen werden. Wir bringen diese Ausstellung an so viele Orte wie möglich, große wie kleine, weil wir überzeugt sind, dass Erinnerung nur dann etwas wert ist, wenn sie uns heute zum Handeln bewegt. Hier ein paar Eindrücke der letzten Wochen.
Rückblick Peitz
Peitz ist keiner der Orte, die auf den großen Kulturkarten stehen und genau deshalb wollten wir hin. In der Amtsbücherei haben wir unsere alte Wanderausstellung gezeigt und einen Vortrag gehalten, und was daraus wurde, war ein Abend voller offener, ehrlicher Gespräche. Menschen, die sich Zeit nehmen, die nachfragen, die mitdenken. Solche Begegnungen sind der Grund, warum wir immer wieder auch in die kleinen Orte fahren. Dort, wo Erinnerungsarbeit sonst selten hinkommt, wächst sie oft am stärksten. Wir kommen wieder!
Rückblick: Eröffnung unserer Wanderausstellung „Zwischen Flammen und Freiheit“
Was für ein Auftakt! In der Galerie Olga Benario in Berlin-Neukölln haben wir unsere neue Wanderausstellung „Zwischen Flammen und Freiheit“ eröffnet und über 50 Menschen waren gekommen, um mit uns zu starten. Ein herzlicher Ort, kluge und warme Menschen, ein Abend, der Mut macht. Wir sind losgezogen mit dem Gefühl: Das hier trägt. Und wir wollen es an so viele Orte bringen wie nur möglich.
Rückblick: Jena Winzerla
Das Kokont Jena hat unsere Ausstellung wieder mitten in den öffentlichen Raum geholt. Vom 14. bis 21. August stand sie in Jena Winzerla, dort, wo die Menschen wohnen und jeden Tag vorbeikommen. Seit dem 21. August ist sie nun noch bis zum 4. September in der Innenstadt zu sehen (Faulloch/Johannisstraße). Genau da gehört Erinnerung hin: nicht nur hinter Museumsglas, sondern auf die Straße, mitten ins Leben.
Alle Termine im Überblick
Unsere neue Wanderausstellung ist ab jetzt viel unterwegs. Hier die laufenden und kommenden Stationen. Vielleicht ist ja auch etwas in eurer Nähe dabei:
- 21. August bis 4. September: Jena Innenstadt
- Gedenkveranstaltung am 26. August, 14:30 Uhr, Stadtbücherei
- Workshop „Erinnerung gestalten“ am 3. September 15 Uhr JG Stadtmitte
- 14. August bis 15. Oktober: Galerie Olga Benario, Berlin-Neukölln
- Auch hier folgt noch ein offener Workshop
- 31. August bis 10. Dezember: Haus des Humanismus, Berlin
- Eröffnung 31. August, 17 Uhr
- 4. September bis 2. Oktober: Stadtbücherei Wiehl
- Eröffnung 4. September, 18:30 Uhr
- 4. September bis 16. Oktober Stadtbücherei Heinsberg
- 15. September bis 18. Oktober: Theaterhaus Eukitea Diedorf
- Veranstaltung am 20. September
- 28. September bis 9. Oktober: Kahla
Alle Termine und die laufenden Aktualisierungen findet ihr hier: https://zwischen-flammen-und-freiheit.de/wiki/Termine
Schaut gern immer mal wieder vorbei aud der Seite vorbei. Dort findet ihr die Texte der Ausstellung und viele belgietende Informationen und Biographien.
Frankfurter Buchmesse
Auch in diesem Jahr sind wir wieder dabei auf der Frankfurter Buchmesse, dort, wo das gedruckte, das freie Wort gefeiert wird. Es gibt ein neues Hallenlayout: Ihr findet uns diesmal in Halle 3.0, Stand B98. Wie immer mitten unter den kleinen, unabhängigen Verlagen, wo wir uns am wohlsten fühlen. Kommt vorbei, redet mit uns, streitet mit uns. Wir freuen uns auf euch.
Unterstützt unsere Arbeit
Ganz ehrlich: Erinnerungsarbeit gibt es nicht umsonst, und sie braucht einen langen Atem. Jede Ausstellung, jeder Vortrag, jede kleine Station in einem Ort wie Peitz lebt davon, dass Menschen wie ihr sie mittragt. Werdet Fördermitglied oder spendet, damit wir auch weiterhin dorthin gehen können, wo man uns braucht, und nicht nur dorthin, wo es bequem ist:
https://blog.verbrannte-orte.de/mitglied-werden/
https://blog.verbrannte-orte.de/unterstuetzen/
Danke an alle, die dabei waren, die zuhören, die mitstreiten. Wir sehen uns an einem der nächsten Orte.
Herzliche Grüße
Euer Team von Verbrannte Orte
p.s. achja und folgt uns gerne auf den gängigen SocialMedia Plattformen.
Verbrannte Orte e.V.
Meuchefitz 18
Küsten, NI 29482
Deutschland
info@verbrannte-orte.de
José Rubén Zamora Marroquín erhält Hermann Kesten-Preis 2026 des PEN Deutschland

Hermann Kesten-Förderpreis geht an ARTICLE 19
Pressemitteilung, Darmstadt, 1.9.2026. Der Hermann Kesten-Preis des PEN Deutschland, gestiftet vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, geht in diesem Jahr an den guatemaltekischen Journalisten und Verleger José Rubén Zamora Marroquín. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Mit dem Hermann Kesten-Förderpreis wird die internationale Menschenrechtsorganisation ARTICLE 19 ausgezeichnet, die sich weltweit für Meinungs- und Informationsfreiheit einsetzt. Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Die Verleihung der Preise findet am 24. November 2026 um 19 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt statt. Durch den Abend führt die Journalistin Sigrid Brinkmann (Deutschlandfunk Kultur).
Najem Wali, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des PEN Deutschland: „José Rubén Zamora Marroquín hat sich trotz jahrelanger Einschüchterung, Verfolgung und Haft nicht davon abbringen lassen, sich für die Freiheit des Wortes einzusetzen. Mit dem Hermann Kesten-Preis wollen wir ihn in diesem Kampf unterstützen und zugleich einen Journalisten würdigen, der für die Pressefreiheit in Guatemala einen hohen persönlichen Preis gezahlt hat.“
Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels: „Die Freiheit des Wortes ist eine unverzichtbare Grundlage einer freien und demokratischen Gesellschaft. José Rubén Zamora Marroquín hat unter schwierigsten Bedingungen an dieser Überzeugung festgehalten und mit viel Mut für unabhängigen Journalismus und gegen Korruption gekämpft. Mit dem Hermann Kesten-Preis würdigen wir seinen Einsatz für die Pressefreiheit und setzen zugleich ein Zeichen der Solidarität mit Journalistinnen und Journalisten, die weltweit bedroht und verfolgt werden. Es ist wichtig, dass wir ihre Stimmen hörbar machen und ihnen unsere Unterstützung zeigen.“
José Rubén Zamora Marroquín gehört zu den bekanntesten investigativen Journalisten Guatemalas. 1996 gründete er die Zeitung elPeriódico, die zahlreiche Korruptionsfälle aufdeckte. Zamora und seine Redaktion waren über Jahre massiven Einschüchterungen und Drohungen ausgesetzt. 2024 wurde er in Abwesenheit mit dem Exzellenz-Preis der von Gabriel García Márquez gegründeten Gabo-Stiftung ausgezeichnet. 2022 wurde er festgenommen, elPeriódico musste im Mai 2023 sein Erscheinen einstellen. Nach mehr als 800 Tagen in Isolationshaft wurde Zamora im Oktober 2024 aus einem Militärgefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt. Die Laudatio hält Anne Demmer, ehemalige ARD-Korrespondentin und frühere Leiterin des ARD-Hörfunkstudios Mexiko.
Der Hermann Kesten-Förderpreis 2026 geht an die 1987 gegründete Menschenrechtsorganisation ARTICLE 19. Sie setzt sich weltweit für Meinungs- und Informationsfreiheit ein, unterstützt Menschen, deren Rechte verletzt werden, und arbeitet mit Partnerorganisationen in mehr als 60 Ländern zusammen. Die Laudatio hält Ulrike Winkelmann, Chefredakteurin der taz.
Der Hermann Kesten-Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für bedrohte, verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo, Can Dündar, Gioconda Belli, Philippe Lançon, Joan Manuel Serrat und Fabio Stassi. Erstmals im Jahr 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. 2022 hob das Ministerium seine Förderung für den Preis auf 20.000 Euro an.
Seit 2015 wird zusätzlich alle zwei Jahre der Hermann Kesten-Förderpreis vergeben, der vor allem die Arbeit von Institutionen und Vereinen würdigt, die sich für inhaftierte Autoren eingesetzt haben. Das Preisgeld stiftet ebenfalls das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur. Bisherige Preisträger waren u.a. Gefangenes Wort e.V, Translate for Justice sowie Direkt36 und Mada Masr. 2022 stieg die Preissumme des Hermann Kesten-Förderpreises von 3.000 auf 5.000 Euro.
Pressekontakt:
Felix Hille
PEN Deutschland, Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151-6270823; Mobil: 0157-31382637
E-Mail: f.hille@pen-deutschland.de
