Eine Gesamtausgabe? Nein!
Es ergab sich heute spielerisch, dass ich bei der Zusammenstellung aller meiner als Buch gedruckten und noch lieferbaren Werke für die Webseite die Gesamtzahl der veröffentlichten Seiten ermittelte. Dabei bekam ich einen Schreck, denn es waren 3.723 Seiten. Wenn ich zudem die beiden bereits fertigen Manuskripte hinzurechne, die ab Frühjahr nächsten Jahres erscheinen sollen, so komme ich auf knapp über 4.200 Seiten. Dabei sind Veröffentlichungen, die es nur in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien und Rundfunk gab, nicht mitgerechnet. Auch keine Gedichtbände, die ich jederzeit publizieren könnte. Ich spreche nur von bisher tatsächlich vorhandenen eigenen Büchern, die zudem alle lieferbar sind.
Also sagen wir, wenn ich ab jetzt kein weiteres Wort mehr schreiben würde (was mir naturgemäß körperlich unmöglich ist) und auch alle anderweitig publizierten Texte unberücksichtigt lasse, dann hätte ich ein Gesamtwerk von 4.200 Seiten. Was das bedeutet, wird einem besser bewusst, wenn man die Vermessenheit besäße und wie einer der bürgerlichen Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts an eine Gesamtausgabe der eigenen Werke dächte. Man müsste dann nämlich eine zehnbändige Kassette mit dicken Schwarten von jeweils 420 Seiten realisieren.

Der Hof „Schrapenbüll“ bei Tönning auf Eiderstedt, wo ich während meines Medizinstudiums 1979 ein Sabbatjahr einlegte, um meinen ersten Roman »Seelenlähmung« zu schreiben, der im Frühjahr 1981 bei Kiepenheuer & Witsch in Köln erschien, in die Auswahl für den Aspekte Literaturpreis kam und den Hamburger Literatur Förderpreis erhielt.
(c) Foto: Hermann O. Ehlers, Hamburg
Keine Bange, das ist nicht vorgesehen. Aber vielleicht begreift man mein Erschrecken, als die Zahlen mir das bewusst machten. Ich werde mein Werk gewiss noch ein wenig fortschreiben, aber es ist mir doch klar geworden, wie sinnlos das alles ist.
Früher hab ich mitunter gedacht, ich habe halt noch nicht genug geschrieben, und hätte ich das Schicksal gehabt, etwas bekannter zu sein, so würde ich mich jetzt vielleicht der Illusion hingeben, ich und meine Bücher seien irgendwie von Bedeutung. Aber das ist natürlich Quatsch. Ich kann lediglich von Glück sagen, dass ich mein Leben nicht damit vertan habe, Bücher des Inhalts „Kommissar Tingeltangel ging links umme Ecke rum und fragte sich, wer der Mörder wohl sein könnte.“ geschrieben zu haben.
Also alles prima, sagt PHG

