Engelsburg
Mein Libretto „Engelsburg“ entstand 1989, während meines Stipendienjahres in der Deutschen Akademie Rom, Villa Massimo, als Auftragsarbeit für die Komposition „Festival“ des Komponisten Otfried Büsing. Die Komposition wurde am 8. Juli 1989 von römischen Interpreten im Park der Villa Massimo uraufgeführt.
Die Sopransolistin war Elvira Spica, das Instrumentalensemble Gruppo di Roma wurde geleitet non Paolo Maragoni.

In der Textcollage für Festival sind drei Ebenen miteinander verknüpft, die charakteristisch für die Stadt Rom sind. Die Welt der Antike (lateinische Fragmente von Plinius d.Ä., 23-79, über die Bauwerke Roms, aus seiner Naturalis Historia), das Rom menschlicher Gegenwart (der von Peter H. E. Gogolin eigens verfasste Text Engelsburg, der von Vanda Perretta ins Italienische übersetzt wurde), und als dritte Ebene die besondere Art distanzierter Leichtigkeit in der Lebenshaltung, wie sie sich in dem Gedicht E lasciatemi divertire des futuristischen Dichters Aldo Palazzeschi (1885-1975) zeigt.
Das Hauptensemble auf der Bühne begleitet die Solistin zum Text von Peter H. E. Gogolin, während der lateinischen Plinius-Fragmente erklingt ein Solo-Horn links hinter dem Publikum, die Palazzeschi-Strophen werden von Piccolo-Flöte und Es-Klarinette (rechts hinter dem Publikum) kontrapunktiert.
Besetzung: Solosopran, Altflöte (G), Oboe, Englischhorn, 2 Klarinetten (B), Bassetthorn (F), Bassklarinette (B), 2 Fagotte, Kontrafagott, 3 Hörner (F), Kontrabass
Gesondert postiert an zwei Positionen:
Piccoloflöte, Es-Klarinette;
Solo-Horn (F)
Erste Ausgabe der Studienpartitur, 2023