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Hervortreten unter dem Dach des November

Samstag, 30. November 2019, bei Jean Sibelius Symphonien 5, 6 u. 7 unter Simon Rattle

Ein wirklich strahlender Morgen, als wolle die Sonne so spät im Jahr noch einen Frühlingsversuch beginnen. Und tatsächlich spitzen viele Blumen schon wieder aus dem Boden, obwohl wir den Garten doch erst winterfest gemacht haben. Und die Calendula blühen vor dem Fenster meines Arbeiszimmers so prächtig wie schon das ganze Jahr über; kaum zu glauben, dass es jetzt in den Dezember geht.

Ich bin am Morgen erst kurz vor neun Uhr, als ich die Liebste bereits in der Küche hörte, aufgestanden. Habe ihr dann im Bademantel beim Frühstück Gesellschaft geleistet, bis sie nach Frankfurt musste, um den van Gogh-Kurs zu geben. Danach, bei Sibelius, dessen Symphonien Simon Rattle mit den Berlinern während seiner Zeit zum Glück noch vollständig eingespielt hat, in Ruhe selbst gefrühstückt und anschließend erstmal in meinen Lesesessel, um im Sonnenschein einige Seiten Heimito von Doderer zu lesen, dessen Strudelhofstiege ich gestern begonnen habe, nachdem ich spontan die Erstausgabe seiner Tangenten, seines Tagebuchs von 1940 bis 50, gekauft hatte.

Nun habe ich also eine überzählige Ausgabe der Tangenten in der Tabu-Ausgabe. Wer Interesse hat, bitte melden. Aber da wird gewiss keiner ‚Hier!‘ rufen. Was soll man schon mit einem 80 Jahre alten Tagebuch. Na, überraschen Sie mich.

Hernach kam Nachricht vom neuen Kulturmaschinen-Verlag, in dessen Leitung die Liebste und ich ja arbeiten, dass der erste Gesamtkatalog fertig und gestern auf die Post gegangen ist. Da sind wir sehr gespannt, wir kennen ihn zwar schon in der Online-Ausgabe, doch als gedruckte Ausgabe für den Buchhandel, das ist nochmal was anderes. Zudem steht nun auch fest, dass wir im kommenden Frühjahr auf der Leipziger-Buchmesse vertreten sein werden. Das freut mich sehr, obwohl ich bis dahin körperlich noch nicht so weit wiederhergestellt sein werde, um dort selbst anwesend zu sein; meine Bücher werden mich vertreten müssen.

Und nun für heute an die Arbeit, zuerst die Notizen im Geröll der Tage und danach wieder in die Korrekturen der Novellen, stecke da immer noch im ersten Viertel des Alwin Fall-Textes fest, aber es wird, es wird.

Haben Sie ein sonniges Wochenende
wünscht PHG

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Peter H. E. Gogolin: Erzähler, Roman-Autor, Stücke- und Drehbuchschreiber, Lyriker